„Das hat System“

Greenpeace: Weiterhin PFAS in Kleidung von Shein

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05.03.2026 14:45
Porträt von krone.at
Von krone.at

56 Kleidungsstücke des chinesischen Online-Händlers Shein hat Greenpeace im Vorjahr auf Chemikalien untersuchen lassen und dabei unter anderem Outdoorjacken mit „Ewigkeits-Chemikalien“ der PFAS-Gruppe gefunden, die in der EU bereits verboten sind. Shein reagierte damals und kündigte an, „die betreffenden Artikel weltweit“ vom Marktplatz zu entfernen – doch getan hat sich offenbar nichts.

Denn die Umweltschutzorganisation ortete „erneut dieselben oder nahezu identischen Produkte“ auf der Plattform, wie sie am Donnerstag berichtete. Besonders alarmierend seien die Laborergebnisse von PFAS gewesen, wo von elf getesteten Jacken neun erneut die EU-Grenzwerte überschritten hätten, eine Damenjacke sogar 3115-fach.

„Shein hat einzelne verbotene Produkte aus ihrem Shop entfernt, aber kurz darauf landen sie wieder im digitalen Warenkorb. Das ist kein Versehen, das hat System“, kritisierte Madeleine Drescher, Konsumexpertin bei Greenpeace in Österreich, den Online-Händler.

Überschreitungen gab es demnach in 18 Fällen auch bei den hormonschädlichen Weichmachern Phthalaten und in drei weiteren bei den Schwermetallen Cadmium und Blei.

NGO fordert PFAS-Verbot für Textilien
Da Shein als Marktplatz organisiert sei, gelten laut Greenpeace die Käufer rechtlich oft als Importierende und seien selbst für die Einhaltung der EU-Regeln verantwortlich und machen sich schlimmstenfalls strafbar. Greenpeace fordert die Regierung erneut auf, Konzerne wie Shein „stärker in die Verantwortung zu nehmen und PFAS zu verbieten.“

In der EU seien einige PFAS ja bereits verboten oder stark eingeschränkt, sie seien in Mensch und Umwelt kaum abbaubar und stehen im Verdacht, schwerwiegende Erkrankungen wie Krebs zu verursachen. Während europäische Unternehmen belastete Produkte zurückrufen müssen, wälze die Plattform die Haftung und das damit verbundene Risiko auf ihre Kundschaft ab.

Shein gelobt Besserung
Shein stritt die Vorwürfe auf Anfrage nicht ab, sondern gelobte Besserung. Alle in dem neuen Bericht identifizierten Produkte seien unmittelbar entfernt worden, nachdem man über die Ergebnisse informiert worden sei, so ein Unternehmenssprecher. Zudem führe man eigene Tests durch und habe Maßnahmen eingeleitet, um die eigenen Schutzmaßnahmen zu verbessern.

„Wir setzen uns mit den Bedenken hinsichtlich unserer Prozesse im Umgang mit solchen Fällen auseinander und erkennen an, dass dieser Vorgang Bereiche aufzeigt, in denen unsere Kontrollen weiter gestärkt werden können“, so der Shein-Sprecher weiter.

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