Die Einfuhr von Kleinsendungen aus Drittstaaten in die EU hat in den vergangenen Jahren stetig zugenommen. Mehr als die Hälfte davon entspricht aber nicht den heimischen Sicherheitsvorschriften.
Acht von zehn Artikeln aus dem EU-Ausland wurden nun in einem Labortest als gefährlich eingestuft. Wie die EU dagegen vorgehen will ...
Für Waren, die in der EU verkauft werden, gibt es entsprechende Produkt- und Sicherheitsvorschriften, wie beispielsweise die CE-Kennzeichnung auf den Spielzeugen. Mehr als die Hälfte der in die EU bestellten Waren aus Drittländern (wie China oder Indien) entspricht diesen aber nicht. Das ergab eine Kontrolle des Zolls in ganz Europa, wie das Ministerium für Konsumentenschutz am Sonntag mitgeteilte.
In Österreich wurden 69 Bestellungen mit Kinderspielzeug getestet, 78 Prozent entsprachen demnach nicht den EU-Sicherheitsvorschriften.
Die häufigsten Probleme waren Fehler bei der Kennzeichnung. Oft fehlte das CE-Zeichen, Warnhinweise waren unzureichend oder die Beschriftung war sprachlich falsch oder unklar. Kontrolliert wurden die Produkte vom Bundesamt für Verbrauchergesundheit und vom Zollamt Österreich.
Labortest stuft Spielzeug als gefährlich ein
Europaweit wurden rund 20.000 Spielzeuge und kleine Elektrogeräte kontrolliert. 84 Prozent der ausgewählten Produkte wurden nach einem Labortest als gefährlich eingestuft. „Der Online-Boom darf nicht auf Kosten der Sicherheit unserer Kinder gehen. Schutz der Konsumentinnen und Konsumenten bedeutet, dass jedes Produkt – egal, woher es kommt – denselben strengen EU-Regeln unterliegen muss“, sagte Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ), Staatssekretärin für Konsumentenschutz.
Zölle für Kleinsendungen
Der Online-Handel mit elektrischen Geräten hat in den vergangenen Jahren immer mehr zugenommen. So habe sich die Menge der in die EU versendeten Kleinsendungen seit dem Jahr 2022 jährlich verdoppelt, hieß es vom Ministerium. Mittlerweile würden solche Kleinsendungen 97 Prozent aller Lieferungen ausmachen.
Die Flut an Kleinsendungen aus Drittstaaten belastet den EU-Markt und gefährdet die Gesundheit der Verbraucher, wie der hohe Anteil unsicherer Produkte zeigt.
Markus Marterbauer, Finanzminister (SPÖ)
Dagegen will Brüssel nun vorgehen: Kleine Waren aus Nicht-EU-Ländern werden künftig teurer. Bisher waren Pakete, die in die Europäische Union geschickt wurden und einen Wert von unter 150 Euro hatten, zollfrei. Doch mit 1. Juli 2026 ändert sich das. Der einheitliche Zollsatz beträgt ab dann drei Euro. Damit will man die Zahl der Bestellungen aus Drittstaaten reduzieren.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.