Gewaltbereite Fußball-Fans kassierten als Menschenhändler groß ab: Hunderte Syrer sollen die straff organisierten polnischen Kriminellen – neben Drogengeschäften – über Österreich in die EU geschleust haben. Bisher gab es bei der „Operation Ranger“ 27 Festnahmen.
Sonst kennt man Hooligans nur großteils maskiert auf den Tribünen und beim Platzsturm – mit bengalischen Feuern in oder vor Stadien und sich prügelnd mit gegnerischen Fußball-Fans. Doch eine polnische Gruppierung hatte sich auf den schwunghaften Handel mit Suchtgift verlegt – und die Schleusung von Illegalen via Balkan-Route.
Die auch mit Unterstützung des Bundeskriminalamtes seit dem vergangenen Jahr laufende „Operation Ranger“ gegen die polnische kriminelle Gruppierung nahm Mitte September des vergangenen Jahres an der slowenisch-steirischen Grenze Fahrt auf.
Schleuser kam selbst aus Flüchtlings-Großlager
Als ein Staatenloser mit Wurzeln in einem der palästinensischen Groß-Flüchtlingslager im Nahen Osten samt drei Flüchtlingen im Auto einreisen wollte. Zehn Monate später können sich die Ermittlungen des heimischen Bundeskriminalamtes in Kooperation mit belgischen und polnischen Behörden unter der Federführung der bayerischen Staatsanwaltschaft in Traunstein sehen lassen. Mittlerweile wurden insgesamt 27 Verdächtige – durchwegs gewaltbereite Fußballfans – festgenommen.
Bei Razzien konnten die Ermittler neben schweren Waffen und Bargeld auch 280 Kilo hochgefährliche synthetische Drogen im Wert von rund sieben Millionen Euro sicherstellen. Der lukrative „Hauptgeschäftszweig“ der Hooligans war allerdings das Menschenhändler-Geschäft. Mindestens 300 Syrer soll die Bande binnen zwei Jahren über Österreich weiter in die EU geschleust haben.
Handy-Chats enttarnten die Bande
Eine der Spuren, die letztlich zur Enttarnung der straff organisierten und bestens vernetzten Verbrecher führte, waren einmal mehr verräterische Handychats – die die Fahnder bei einem der Schlepper-Lenker auf dessen Handy gefunden hatten.
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