Sparkurs in der Oper

Da waren‘s nur noch sechs Premieren an der Wien

Kultur
15.04.2026 18:00

Die zweite Spielstätte in der Kammeroper ist ab Herbst geschlossen, das Budget wurde gekürzt. Die Auswirkungen davon zeigen sich nun im Theater an der Wien: Intendant Stefan Herheim muss in der kommenen Saison sein Programm deutlich kürzen.

Als Stefan Herheim 2022/23 seine Intendanz im Theater an der Wien antrat, präsentierte er 13 szenische Produktionen. In der kommenden Spielzeit sind es nur noch sechs – plus zwei kleine Kinder-Produktionen in der Hölle! „Eigentlich hat sich die Zahl der großen Produktionen halbiert“, zieht der Intendant Bilanz bei der Spielplan-Präsentation: „Das Programm wird damit marginaler.“

Die bevorstehende, nach wie vor als vorübergehende kommunizierte, Schließung der Kammeroper ist einer der Gründe für die Reduktion der Produktionen. Dazu trafen das Musiktheater die Kürzungen im Kulturbudget der Stadt Wien im Herbst – was Herheim zu kurzfristigen Absage zwang.

Die Premieren

  • „La Calisto“, Cavalli, Regie: Stefan Herheim, Dirigat: Christina Pluhar, Premiere ist am 16. 9.
  • „Der fliegende Holländer“, Wagner, Regie: Philipp Stölzl, Dirigat: Robert Jindra, 17. 10.
  • „Der kleine Prinz“, Valtinoni, Regie: Louisa Muller, Dirigat Gabor Kali, ab 18.12.
  • „Der goldene Hahn“, Rimski-Korsakow, Regie: Maxim Didenko, Dirigat: Valentin Uryupin, ab 22.1.
  • „Leonore“, Beethoven, Regie: Herheim, Dirigat: Giedre Slekyte, 27. 2.
  • „Rinaldo“, Händel, Regie: Nadja Loschky, Dirigat: Francesco Corti, ab 9.4.

Der gerade erst bis 2030 verlängerte Intendant, der 2026/27 auch zweimal selbst inszeniert, ist optimistisch, die aktuelle Taktzahl in den kommenden Jahren zumindest halten zu können: „Da ist viel in Bewegung“. Man sei in laufenden Gesprächen auch in Sachen Kammeroper, betonte auch Franz Patay, Geschäftsführer der Vereinigten Bühnen Wien.

Die Auslastung der aktuellen Saison sei dagegen erfreulich hoch, man liege bei knapp 90 Prozent. Dazu will sich Herheim noch intensiver um Koproduktionen mit anderen Opernhäusern bemühen. Ausgebaut wird auch die Schiene mit konzertantem Musiktheater – hier sind 11 Projekte von Vivaldi bis Rossini geplant. Als Motto für die kommende Saison, in der das Haus seinen 225. Geburtstag feiert, hat Herheim jedenfalls ein trotzig-positives Motto gewählt: „Was bleibt, ist das jetzt!“

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