Nach der Entfernung seines Kehlkopfs meldet sich der Landeshauptmann zurück. Gesundheitlich spricht er von einem Befreiungsschlag, politisch findet er klare Worte zum Einspruch gegen die Herzchirurgie in Oberwart
Angriffslustig wie eh und je meldet sich Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) erstmals in einer persönlichen Botschaft aus des dem Uni-Klinikum Leipzig zu Wort, wo er sich derzeit von seiner elften Operation erholt. Vor wenigen Tagen wurde ihm der Kehlkopf entfernt und durch eine Stimmprothese ersetzt.
Eigene Partei sorgt für Empörung im Krankenstand
Wortkarg zeigt sich er sich dennoch nicht. Für Empörung sorgt noch dazu das Vorgehen seiner eigenen Parteigenossen, die Einspruch gegen den Bewilligungsbescheid der Herzchirurgie in der Klinik Oberwart erhoben haben. Die Abteilung ist erst vor drei Wochen gestartet, aufgebaut gegen massiven Gegenwind und gegen das Nein der Bundeszielsteuerungskommission.
Die Herzchirurgie wird es immer noch geben, da wird es diese Bundesregierung mit ihren besonderen Vertretern nicht mehr geben.
Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ)
Doskozil hat dieses Projekt über Monate vorangetrieben. Für ihn ist die Herzchirurgie eine Frage der Versorgung. Wer auf einen Eingriff wartet, müsse oft monatelang Geduld haben, Zeit, die viele nicht hätten.
Inhaltslose und konzeptlose Politik
Dass der Einspruch ausgerechnet aus dem SPÖ-geführten Gesundheitsministerium kommt, treibt ihn zusätzlich an. Es sei für ihn „die schönste Aufgabe“, für das Land und seine Menschen da zu sein. Aufhören sei daher nie zur Debatte gestanden. „Das hat mich umso mehr motiviert, gegen diese inhaltsleere und konzeptlose Politik anzukämpfen und weiter für die Interessen des Burgenlandes einzustehen.“
Die Reaktion fällt unmissverständlich aus: „Die Herzchirurgie wird es immer noch geben.“ Aber: „Da wird es diese Bundesregierung mit ihren besonderen Vertreterinnen nicht mehr geben.“
Dem Einspruch selbst blicke er gelassen entgegen. Die rechtliche Grundlage sei gegeben, die Finanzierung gesichert, auch ohne Mittel des Bundes. Ziel sei es, die Menschen im Burgenland rasch und bestmöglich zu versorgen. „Man braucht keine Zustimmung, um Menschen das Leben zu retten“, betonte Doskozil in der Vergangenheit immer wieder.
Gleichzeitig richtet er den Blick auf die vergangenen Tage. „Als ich nach Leipzig fuhr, hätte ich niemals daran gedacht, am nächsten Tag keinen Kehlkopf mehr zu haben.“ Erst als die Untersuchungen die rasante Dynamik seiner Erkrankung offenbarten, sei ihm klar gewesen, dass es diesmal anders sein sollte. „Das Ergebnis kennt ihr.“
Befreiungschlag und Comeback im Sommer
Das Problem mit der Luft habe ihn schon länger begleitet. „Stets war ich daher bemüht, mein Umfeld nicht zu belasten.“ Seit dem Eingriff sei die Atemnot verschwunden. Dass künftig die ständigen Gedanken an ausreichend Luft wegfallen werden, sei das für ihn ein Befreiungsschlag.
Erst diese Woche ließ sein Arzt keinen Zweifel daran: Im Sommer werden die Burgenländer wieder einen sehr aktiven Landeshauptmann erleben. „Ich freue mich schon darauf, wieder persönlich da zu sein – mit neuer Kraft, Ideen, Zuversicht und besserer Stimme als zuvor.“
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