Die Gemeinderats- und Bürgermeisterwahl im Burgenland findet zwar erst 2027 statt, doch in Wimpassing hat das Säbelrasseln schon begonnen.
Konkret geht es um die Debatte um ein mögliches neues Feuerwehrhaus und ein geplantes Wohnprojekt für politischen Zündstoff: Bei der letzten Gemeinderatssitzung Mitte Mai brachte ÖVP-Vizebürgermeister Thomas Menitz den Vorschlag ein, die Planung eines neuen Feuerhauses zu starten. Die Freiwillige Feuerwehr ist nämlich auch offizieller Stützpunkt für Wald- und Flurbrandbekämpfung im Bezirk Eisenstadt-Umgebung und weiß nicht mehr, wohin mit all der erforderlichen Spezialausrüstung.
SPÖ-Bürgermeister Ernst Edelmann reagierte daraufhin mit einem Änderungsantrag und stellte eine Studie vor, die er beim Eisenstädter Raum- und Infrastrukturplanungsbüro AIR in Auftrag gegeben hat. Ihm schwebt ein neues Wohnprojekt am Ortsrand vor, konkret an der B16 Richtung Hornstein. Weil die Präsentation der Studie für die anderen Fraktionen völlig unerwartet kam, hängt nun der Haussegen schief.
Politische Spiele
„Auch wenn die SPÖ die absolute Mehrheit hat, sprechen wir uns entschieden gegen Alleingänge und gegen ein weiteres Wohnprojekt aus. Das würde die bestehende Infrastruktur überfordern“, poltert Menitz. Bürgermeister Edelmann versteht die Kritik nicht. Er habe stets alle Fraktionen zur parteiübergreifenden Zusammenarbeit eingeladen, aber vonseiten der ÖVP immer wieder gehört: „Wir sind nicht in der Verantwortung!“ Dieses „Spiel“ sei ihm zuwider. Deshalb übernehme er als Ortschef nun selbst Verantwortung: „Klar, dass die ÖVP jetzt überrascht ist und sich auf den Schlips getreten fühlt.“
Fakt sei jedoch, dass die Gemeinde mit 2,8 Millionen Euro verschuldet sei. „Ein neuer Feuerwehrstützpunkt müsste laut Bedarfserhebung 550 bis 600 Quadratmeter groß sein. Das ergibt bei einer groben Baukostenschätzung von 3500 Euro/m² eine Summe von 1,9 bis 2,1 Millionen Euro netto“, so Edelmann. Müsse auch noch Grund erworben werden, beliefen sich die Kosten gar auf drei bis 3,5 Millionen Euro. „Selbst wenn wir eine Bedarfszuweisung vom Land bekämen, müssten wir ein Drittel selbst finanzieren. Das ist zurzeit leider nicht möglich.“
Alles auf einen Streich erledigen
Weil auch die Sanierung des Sportplatzes pressiert, will Edelmann nun mit einem „ganzheitlichen Langzeitprojekt“ mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen: „Das neue Feuerwehrhaus hat absolute Priorität. Um die Finanzierbarkeit sicherzustellen, würden wir den alten Sportplatz in Bauland umwidmen und mit dem Verkauf leistbarerer Bauplätze jene Mittel erwirtschaften, die für die Errichtung des neuen Feuerwehrgebäudes benötigt werden.“
Dieses soll – ebenso wie Starterwohnungen und eine moderne Sportanlage – auf jenem Gemeindegrund aus dem Boden gestampft werden, der an der B16 rechts neben der Ortseinfahrt liegt und zurzeit noch Ackerfläche ist. Insgesamt ist diese 4,5 Hektar groß.
Auch ÖVP, Bürgerliste und Liste HAUS können sich einbringen
„Das Projekt ließe sich schon auf 1,3 Hektar realisieren und wäre kein Einzelprojekt, sondern eine durchdachte Zukunftsstrategie für die nächsten Jahrzehnte“, so Edelmann. Das Projekt soll nun im Gemeinderat weiter diskutiert und hinsichtlich Umsetzbarkeit geprüft werden.
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