Nach der Entfernung seines Kehlkopfs und dem Einsatz einer Stimmprothese beginnt für Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) ein neues Leben. „Im Sommer werden die Burgenländer einen sehr aktiven Landeshauptmann erleben“, sagt sein behandelnder Arzt, Prof. Andreas Dietz. Nach dem Eingriff sei er wieder voll belastbar.
Jahrelang kämpfte Hans Peter Doskozil mit einer seltenen Verknöcherung am Kehlkopf. Seit 2018 folgten insgesamt zehn Operationen, zuletzt fiel ihm selbst das Atmen immer schwerer.
„Die Option, den Kehlkopf zu entfernen, sei seit einem halben Jahr im Raum gestanden. Es sei ein Befreiungsschlag für Doskozil und seine Familie gewesen“, sagt Prof. Dietz. Seit sechs Jahren behandelt der HNO-Spezialist vom Uni-Klinikum Leipzig den Landeschef. „Wir haben immer kehlkopferhaltend operiert, jetzt war es aus ärztlicher Sicht nicht mehr verantwortbar.“
Was viele nicht wissen: In vielen Fällen kommt die Verknöcherung irgendwann zur Ruhe. Bei Doskozil sei das leider nicht so gewesen, sagt Dietz. „Die Erkrankung hat eine eigene Dynamik entwickelt, man könnte von Schüben reden.“
„Der Landeshauptmann hat keinen Krebs“
Warum erfolgte der Schritt daher nicht schon viel früher? Auch darauf hat der Arzt eine klare Antwort. „Das hätte keinen Sinn gemacht. Herr Doskozil hat keinen Krebs, die Ursache liegt in der Veranlagung, und daher hat das auch nichts mit Rauchen, Stress oder dem vielen Reden als Politiker zu tun – manchmal brüllt man einfach hier.“ Hoffnung habe es bis zuletzt immer wieder gegeben, dass sich die Situation verbessert. „Doch sie erfüllte sich leider nicht.“
Mit Übung sollte Stimme gut verständlich werden
„Aber“, so Dietz, „der Landeshauptmann hat jetzt die Chance, dass die Krankheit geheilt wird.“ Nach dem Eingriff beginnt für Doskozil – er befindet sich noch im Uni-Klinikum Leipzig – nun die Phase der Rehabilitation und des Stimmtrainings. „Sprechen muss man lernen, sich die Technik zu eigen machen“, erklärt Dietz. Mit Übung könne eine stabile und gut verständliche Stimme aufgebaut werden. Und auch eine Sorge nimmt er: „Der Landeshauptmann wird nicht wie ein Roboter klingen.“
Im Sommer werden die Burgenländer einen sehr aktiven Landeshauptmann erleben.
Prof. Andreas Dietz
Die nächsten Wochen gehören auch der Erholung. „Die Heilung verläuft gut“, sagt Dietz. Tempo spiele dabei keine Rolle. Ein bis zwei Monate Ruhe solle man ihm jetzt schon gönnen. Für Dietz steht fest: „Im Sommer werden die Burgenländer einen sehr aktiven Landeshauptmann erleben.“ Die Kraft sei zurück. „Er wird wieder Reden halten können.“
„Doskozil ist stärker und belastbarer als im letzten Jahr“
Auch im Alltag bleibe der Aufwand für Doskozil überschaubar. Das Ventil an der Stimmprothese müsse alle paar Monate durch einen HNO-Arzt ausgetauscht werden. „Dafür muss er nicht nach Leipzig kommen“, sagt Dietz. Das sei eine Routine und keine große Belastung – vor allem kein Vergleich zu dem, was er hinter sich habe. „Ich sehe kein Handicap mehr. Im Gegenteil, er ist stärker und belastbarer als im letzten Jahr.“
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