Bei Sonnenfinsternis

„Orion“-Crew sah Einschläge von Mikrometeoriten

Wissen
09.04.2026 12:12

Im Rahmen der „Artemis II“-Mission hat die Crew der NASA-Raumkapsel „Orion“ am Montag bei ihrem Flug um den Mond eine knappe Stunde lange eine Sonnenfinsternis beobachtet. Sie wurde dabei auch Zeuge mehrerer Lichtblitze durch Meteoriteneinschläge auf dem Erdtrabanten.

Am Montagabend beobachteten die vier NASA-Astronauten – während ihre Raumkapsel, der Erdtrabant und die Sonne in einer Linie standen – mit Spezialbrillen (Bild unten), um Netzhautschäden zu vermeiden, fast eine Stunde lange eine Sonnenfinsternis.

Weil sich die „Orion“-Kapsel in unmittelbarer Nähe des Mondes befand, dauerte die Totalität der Sonnenfinsternis fast 54 Minuten – auf der Erde ist dieses Phänomen nur für wenige Minuten sichtbar. Astronaut Victor Glover beschrieb den Anblick als „wie Science-Fiction“ und „unwirklich“.

(Bild: AP/AP ( via APA) Austria Presse Agentur)

Es gab „hörbare Freudenschreie“, berichtete die Leiterin der Mondforschung bei „Artemis II“, Kelsey Young, während einer Pressekonferenz am Dienstag. Diese begeisterten Schreie wurden durch die Beobachtungen der Astronauten von Mikrometeoriten-Einschlägen auf dem Mond ausgelöst, mit denen die NASA-Wissenschaftler nicht gerechnet hatten.

Fünf Einschläge von Mikrometeoriten
Während der knapp einstündigen Sonnenfinsternis habe die „Orion“-Crew nach eigenen Angaben nicht weniger als fünf Mikrometeoriten-Einschläge auf der Rückseite des Mondes gezählt, so die NASA. Da der hellste Teil der Sonne von der Mondscheibe verdeckt wurde, konnten die Astronauten die Lichtblitze jedes einzelnen Einschlags mit bloßem Auge erkennen.

Diese Lichtblitze entstehen durch Mikrometeoriten (winzige Meteoriten mit einer Größe von typischerweise einigen hundert Mikrometern bis zu einigen Millimetern; Anm.), die auf den Mond treffen, und helfen der Wissenschaft, die Dynamik der Mondumgebung zu erforschen.

„Das ist genau das, was wir uns von der Integration von Wissenschaft in den Flugbetrieb erhofft hatten“, sagte Young im Rahmen der Pressekonferenz. „Wissenschaft ermöglicht Erkundung, und Erkundung ermöglicht Wissenschaft.“

Crew bereitet sich auf Rückkehr vor
Die vier Astronauten der „Artemis II“-Mondmission bereiten sich derzeit auf ihre Rückkehr zur Erde vor. Die Crew habe – nachdem sie von dem Song „Under Pressure“ von Queen und David Bowie aufgeweckt worden sei – noch einmal zahlreiche wissenschaftliche Tests durchgeführt und dann begonnen, Equipment zu verstauen, teilte die US-Raumfahrtbehörde am Donnerstag mit.

Raumkapsel wird im Pazifik wassern
In der Nacht auf Samstag (MESZ) soll die Crew – bestehend aus den US-Astronauten Christina Koch, Victor Glover, Reid Wiseman und dem Kanadier Jeremy Hansen - auf die Erde zurückkehren und im Pazifik wassern. Die Wettervorhersage sehe derzeit gut dafür aus, hieß es seitens der NASA.

Ein besonders riskanter Moment ist der Wiedereintritt in die Erdatmosphäre: Die Kapsel wird mit mehr als 32.000 Stundenkilomtern eintreten, wobei die Hitzeschutzschildtemperaturen 1600 Grad Celsius erreichen können.

NASA plant Mondlandung für 2028
Für das Jahr 2028 strebt die NASA erstmals seit mehr als einem halben Jahrhundert wieder eine Mondlandung an. Zuletzt waren US-Astronauten 1972 mit „Apollo 17“ auf dem Erdtrabanten gelandet, danach wurde das kostspielige Programm eingestellt.

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