Im Rahmen einer Expedition haben Wissenschaftler im Boningraben, einer Tiefseerinne vor der Küste von Japan, in 9137 Meter Tiefe eine bis dato unbekannte, „mysteriöse“ Art entdeckt. Bisher konnte das Tier (siehe Video oben) keinem bekannten Stamm zugeordnet werden.
Die Expedition fand 2022 über einen Zeitraum von zwei Monaten an Bord des Forschungsschiffs DSSV statt. Beteiligt waren Forscherteams des Minderoo-UWA Deep-Sea Research Centre und der Tokyo University of Marine Science and Technology. Die Ergebnisse und das Video (siehe oben) wurden aber erst jetzt veröffentlicht.
Erstaunliche Artenvielfalt in der Tiefsee
Die Expedition brachte eine höchst erstaunliche Artenvielfalt in den tiefsten Meeresgräben Japans, dem Ryukyu- sowie dem Boningraben, der sich bis 10.554 Meter unter der Meeresoberfläche erstreckt, zutage. Die Forscher konnten mindestens 108 verschiedene Organismengruppen dokumentierten, sowie die tiefste jemals gemachte Fischsichtung.
Zu den rätselhaftesten Funden gehörte ein langsam gleitendes Tier, das vorläufig den Namen Animalia incerta sedis (diese Bezeichnung – sie bedeutet „Tiere unsicherer Zuordnung“ – wird verwendet, bis eine präzisere Klassifizierung möglich ist; Anm) erhielt und in einer Tiefe von 9137 Metern gefilmt wurde. Obwohl es gewisse Ähnlichkeiten mit Nacktschnecken oder Seegurken aufweist, bleibt seine Einordnung vorerst ein Rätsel.
Statt Schleppnetzen, die empfindliche Organismen schädigen können, setzte das Team bemannte Tauchboote sowie frei fallende, mit Ködern bestückte Landungsgeräte ein. Dieser Ansatz ermöglichte es den Wissenschaftlern, die Meeresbodenbewohner in ihrem natürlichen Lebensraum zu untersuchen und von den Ködern angelockte Tiere, wie Fische und Krebstiere, zu fangen.
Seelilienwiesen und fleischfressende Schwämme
Bei Tauchgängen entdeckten die Forscher zudem dichte „Seelilienwiesen“ mit über 1500 Stielseelilien und fleischfressenden Schwämmen der Familie der Cladorhizidae in Tiefen von 9568 bis 9744 Metern – die tiefste jemals für diese Schwämme gemessene Tiefe.
Mithilfe von mit Ködern bestückte Landungsgeräte fingen die Forscher zudem in 8336 Metern Tiefe einen Schneckenfisch - ein neuer Tiefenrekord für Fische. Außerdem dokumentierten sie das Vorkommen des Aasfressers Alicella gigantea, einer riesigen, in der Tiefsee lebenden Flohkrebsart, die auch als „Superriesen-Flohkrebs“ bezeichnet wird. Die größten Exemplare dieser Tierart erreichen eine Länge von bis zu 34 Zentimeter.
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