Angesichts der angekündigten Waffenruhe im Iran-Krieg wirft der israelische Oppositionsführer Yair Lapid Regierungschef Benjamin Netanyahu vor, kein Kriegsziel erreicht und damit gescheitert zu sein. Indes gab es neue – mutmaßlich iranische – Angriffe auf Israel.
„Netanyahu hat politisch versagt, strategisch versagt und kein einziges der Ziele erreicht, die er sich selbst gesetzt hatte“, schrieb Yair Lapid am Mittwoch auf der Plattform X. „In unserer gesamten Geschichte hat es noch nie eine solche politische Katastrophe gegeben.“ Zugleich lobte er das Militär und die Widerstandsfähigkeit der Bevölkerung.
„Israel saß nicht einmal am Tisch“
Netanyahu sei arrogant und nachlässig gewesen und habe nicht strategisch geplant, warf Lapid Israels Regierungschef vor. „Israel saß nicht einmal mit am Tisch, als Entscheidungen getroffen wurden, die den Kern unserer nationalen Sicherheit betreffen“, schrieb der Oppositionschef. Es werde Jahre dauern, „den politischen und strategischen Schaden zu beheben“. Als Ziel im Iran-Krieg hatte Netanyahu unter anderem die Zerschlagung des iranischen Raketen- und Atomprogramms genannt.
„Feigling“ Donald Trump
Auch Zvika Fogel, Abgeordneter der mitregierenden rechtsextremen Partei Otzma Jehudit, kritisierte die vereinbarte Waffenruhe, richtete seine Wut aber an US-Präsident Donald Trump. „Donald, du hast dich wirklich wie ein Feigling verhalten“, schrieb Fogel auf X und benutzte dabei das hebräische Wort für „Ente“, um den amerikanischen Präsidenten zu beschreiben – ein Ausdruck, der im Slang Schwäche oder Rückgratlosigkeit impliziert.
Regierung verliert in Umfragen
Laut jüngsten Meinungsumfragen könnte die Opposition bei der geplanten Parlamentswahl im Oktober 2026 knapp die absolute Mehrheit im Parlament gewinnen – ohne dabei auf arabische Parteien angewiesen zu sein. Das Spektrum der israelischen Oppositionsparteien reicht von rechts bis links und schließt auch Repräsentanten der arabischen Minderheit ein. Lapids Partei Yesh Atid ist Umfragen zufolge allerdings nicht mehr die stärkste Kraft in der Opposition, sondern sackte deutlich ab.
Neuer Beschuss auf Israel
Unterdessen ist Israel kurz nach der Verkündung der zweiwöchigen Feuerpause unter Raketenbeschuss geraten. Aus den israelischen Städten Petah Tikva und Bnei Brak gab es Berichte über Einschläge. Kurz darauf heulten im Zentrum und Süden des Landes erneut die Sirenen. Bewohner berichteten von heftigen Explosionen. Die Luftabwehr sei im Einsatz, um die Bedrohung abzuwehren, teilte die israelische Armee mit. Es handelt sich um mutmaßlich iranische Angriffe.
Verwirrung über Lage im Libanon
Laut einem ranghohen US-Regierungsvertreter will sich Israel auch an die zwischen Washington und Teheran vereinbarte Waffenruhe halten. Widersprüchliche Angaben gibt es allerdings dazu, ob die Feuerpause auch für den Libanon gilt. Israels Ministerpräsident Netanyahu hatte erklärt, dass die zweiwöchige Waffenruhe das Nachbarland nicht einschließt.
Hisbollah setzt Angriffe aus
Am Mittwoch gab es bereits einen israelischen Angriff in der Küstenstadt Sidon im Süden des Libanon mit acht Toten. Kurz danach erklärte Pakistans Regierungschef Shehbaz Sharif, dass die Feuerpause die Verbündeten der USA einschließe und „überall, einschließlich des Libanon“ gelte. Israel bekämpft im Libanon die vom Iran unterstützte Hisbollah. In den frühen Morgenstunden setzte die islamistische Miliz laut Insidern im Rahmen der Waffenruhe die Angriffe auf Nordisrael und israelische Truppen im Libanon aus. Eine offizielle Erklärung der Hisbollah soll noch folgen.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.