„Redimensionierung“

Studenten auf Barrikaden – worum es konkret geht

Innenpolitik
27.05.2026 16:57

Reiche Rektoren, aber arme Universitäten? Österreichs erste Dreierkoalition sieht sich nach etwas mehr als einem Jahr Amtszeit ihrem ersten großen Protestmarsch ausgesetzt ...

Vertrauliche Gespräche, deren Inhalte in der „ZiB 2“ öffentlich wurden. Politische Empörung aus ausnahmsweise allen Richtungen. Verwirrspiele um Rechnungen – und Entsetzen über die üppigen Gehälter an den Fakultäten. Seit einigen Tagen ist in Österreich ein heftiger Streit über die geplanten Einsparungen an den Universitäten im Budget entflammt.

Am Mittwoch führte dieser zu einer Demonstration am Wiener Ring. Tausende Studenten gingen auf die Straße – krone.at berichtete. In den nächsten Tagen dürften sich die Kundgebungen auch außerhalb Wiens fortsetzen. Aber worum geht es konkret? Die Unis bekamen in der vergangenen Legislaturperiode eine massive Erhöhung des Budgets, in Sparzeiten wird das nun wieder „redimensioniert“ – so sieht es zumindest die Bundesregierung.

Im Jahr 2028 muss das SPÖ-geführte Wissenschaftsministerium laut den aktuellen Budgetplanungen insgesamt 190 Millionen Euro kürzen. Die Medizinunis sollen demzufolge zudem, anders als bisher, die Gehälter der Ärzte an den Unikliniken selbst bezahlen müssen. Ministerin Eva-Maria Holzleitner hat allerdings mehrfach betont, dass sie insgesamt ein Plus in ihrem Bereich anstrebt, an der Seite der Studierenden stehe – und die endgültigen Summen erst Ende Oktober feststehen würden.

Protestiert wurde dennoch bereits jetzt. Die ÖVP-nahe AktionsGemeinschaft (AG) hat Holzleitner bereits zum Rücktritt aufgefordert. Und die Unirektoren, deren Gehälter ja bekanntlich teilweise sogar das von Bundeskanzler Christian Stocker übersteigen, fordern ein Plus von 1,5 Milliarden auf in Summe 18 Milliarden Euro, da alles andere „gravierende Einschnitte“ für Studierende und in der Forschung bedeuten würde.

Unterschiedliche Auswirkungen
Klar ist, dass die Kürzungen Hochschulen so oder so unterschiedlich treffen werden. Die Rektorin der Uni für Musik und darstellende Kunst Ulrike Sych betont Auswirkungen, die auf den ersten Blick nicht sichtbar sind: „Diese Kürzungen treffen nicht nur Bühnen – sie treffen Kinder, die schlecht ausgebildete Musiklehrer bekommen, in jeder Gemeinde, in jedem Bundesland.“

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