Während US-Präsident Donald Trump mit drastischen Drohungen eine militärische Eskalation heraufbeschwor, soll Irans oberster Führer Mojtaba Khamenei laut mehreren Quellen hinter den Kulissen persönlich eine Waffenruhe ermöglicht haben. Doch neue Berichte stellen genau diese Darstellung infrage – und zeichnen ein völlig anderes Bild der Machtverhältnisse in Teheran.
Vertreter der USA und Israels sollen am Montag erfahren haben, dass Khamenei seine Unterhändler erstmals seit Kriegsbeginn angewiesen habe, auf eine Einigung hinzuarbeiten. In einem hektischen diplomatischen Kraftakt – mit Vermittlern aus Pakistan sowie Unterstützung aus Ägypten und der Türkei – wurde schließlich ein Vorschlag für eine zweiwöchige Waffenruhe ausgearbeitet.
Bomber schon in der Luft, Trump drohte mit Vernichtung
Selbst in den letzten Stunden vor der Einigung herrschte Unsicherheit: Das US-Militär bereitete sich bereits auf massive Luftschläge vor, während Trump öffentlich mit der „totalen Vernichtung“ drohte. Erst nach mehreren Telefonaten, unter anderem mit Israels Premier Benjamin Netanyahu, fiel die Entscheidung für die Waffenruhe.
Zweifel an Führer-Mythos werden laut
Mehrere Insider schildern daraufhin gegenüber „Axios“ Khamenei als zentrale Figur der Gespräche. Trotz Sicherheitsbedenken soll er aktiv eingebunden gewesen sein und letztlich grünes Licht für den Deal gegeben haben. Seine Zustimmung wird als entscheidender Durchbruch gewertet.
Doch genau diese Darstellung wird nun durch einen Bericht der „New York Post“ massiv infrage gestellt. Unter Berufung auf ein Geheimdienst-Memo heißt es, Khamenei sei schwer verletzt und derzeit nicht entscheidungsfähig.
Ober-Mullah „nicht in der Lage zu entscheiden“
Der 56-Jährige ist seit einem Angriff Ende Februar, bei dem auch sein Vater Ali Khamenei ums Leben gekommen ist, nicht mehr öffentlich aufgetreten. Laut Einschätzung werde er in der Stadt Ghom (rund 140 Kilometer südlich von Teheran) behandelt und befinde sich in einem kritischen Zustand. In dem Memo heißt es laut dem Blatt weiter, Khamenei sei „nicht in der Lage, an irgendeiner Entscheidungsfindung teilzunehmen“.
Tatsächlich kursierten zuletzt bereits unterschiedliche Berichte über seinen Gesundheitszustand – von vergleichsweise leichten Verletzungen bis hin zu Spekulationen über ein Koma. Offiziell wurden lediglich schriftliche Stellungnahmen verbreitet, deren tatsächliche Urheberschaft schwer überprüfbar ist, sowie mehrere KI-generierte Videos von ihm veröffentlicht.

Lage bleibt unberechenbar
Unabhängig davon bleibt die Lage angespannt. Zwar wurde die Waffenruhe vorerst umgesetzt, und Iran signalisierte, den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormuz wieder zu ermöglichen. Doch zentrale Streitpunkte – etwa das Atomprogramm und der Umgang mit dem Raketenarsenal – sind ungelöst.
Neue Gespräche sind bereits angesetzt, doch die Differenzen zwischen den Seiten sind erheblich. Sollte sich herausstellen, dass die iranische Führung tatsächlich geschwächt oder uneinheitlich agiert, könnte das die ohnehin fragile Lage zusätzlich destabilisieren.
Stocker: „Wichtiger Schritt zur Deeskalation“
Die Einigung auf die zweiwöchige Waffenruhe ist jedenfalls in Österreich auf positive Reaktionen gestoßen. Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) sagte auf X (vormals Twitter), sie sei „ein wichtiger Schritt zur Deeskalation in einer extrem angespannten Lage“. Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (NEOS) sprach von einer „Verschnaufpause, um endlich (.....) zu ermöglichen, der Diplomatie den Durchbruch zu verschaffen. Jetzt muss verhandelt werden“, forderte sie.
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