Rad-Fans aus ganz Österreich sind auf dem Weg, um Giro-Held Felix Gall auf den schweren Bergetappen in den Dolomiten zu unterstützen.
Felix Gall ist dem Podium in Rom wieder 202 Kilometer nähergekommen. Der Gesamt-Zweite beendete gestern die längste Etappe in der Giro-Schlusswoche in der Gruppe rund um Spitzenreiter Jonas Vingegaard.
Mann des Tages war Michael Valgren. Der 34-jährige Däne war nach einer hügeligen Fahrt in Andalo der Beste von insgesamt 29 Ausreißern. „Ich habe so etwas auf meinem Lebenslauf vermisst. Ich denke, ich habe mir das verdient“, hielt er nach seinem ersten Sieg bei einer Grand Tour einen von seinem Sohn als Glücksbringer geschenkten Pokémon-Ball in die Kamera.
Lautstarke Unterstützung
Gall darf sich in den nächsten Tagen auf lautstarke Unterstützung aus der Heimat freuen. Rad-Fans aus ganz Österreich machen sich auf den Weg, um den Tiroler auf den schweren Bergetappen in den Dolomiten zu unterstützen. „Was man so hört, sind wir nicht die einzigen Österreicher beim Giro“, lacht Stefan Mutschlechner vom Gall-Fanklub.
Der Präsident des Skiclubs Lienz hat mit seiner kleinen Gruppe den Giro-Ausflug längst geplant: „Wir werden am Vortag unseren Bus an der Strecke abstellen, am Renntag sind die Bergstraßen gesperrt. Wir fahren dann mit den Rädern rauf.“ Und die rot-weiß-rote „Fan-Zone“ soll laut Mutschlechner auch nicht zu übersehen sein: „Wir haben Fahnen, Transparente und Kuhglocken dabei. Für Leute, die sich uns anschließen, haben wir noch Gall-T-Shirts übrig.“
Osttirol-Werber Franz Theurl verbindet die Fan-Fahrt gleich mit einem Arbeitstreffen, er trifft sich am Samstag in Piancavallo mit den Giro-Bossen: „Wir wollen in den nächsten Jahren eine Etappe nach Osttirol holen.“
„Niederlage“ für Jonas
Auf dem Rad scheint Jonas Vingegaard bei diesem Giro unbesiegbar zu sein. In Sachen Aussehen sah der Familienvater aber Potenzial für eine Verbesserung. Der 29-Jährige trat gestern beim Start zur 17. Etappe in Cassano d‘Adda glatt rasiert an: „Ich guckte in den Spiegel und stellte fest, dass ich aussehe wie ein Teenager, der probiert, sich einen Schnurrbart wachsen zu lassen. Er musste einfach ab. Manchmal muss man eine Niederlage akzeptieren.“
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