Die heimischen Schutzwälder sind in den Fokus des Rechnungshofes gerückt. Die Prüfer fordern das Land Niederösterreich auf, die Forstbestände zu verjüngen.
Vor vier Jahren nahmen Prüfer des Rechnungshofes (RH) die Schutzfunktion des Forstes in Augenschein. Auf 51 Prozent der Flächen seien Pflege- und Sanierungsmaßnahmen nötig, gar zwei Drittel sollten verjüngt werden, lautete der Befund. Heuer kontrollierte der RH, ob das Land die Hausaufgaben erledigt hat. Das Urteil fiel zwiespältig aus – zwar wurde die Entwicklung von Projekten zur Schutzwaldverjüngung registriert, aber: „Konkrete Umsetzungsschritte fehlten bisher.“
Alarm um Schutzwälder
Helga Krismer, Klubobfrau der Grünen, sieht die Lage nicht so emotionslos: „Weite Teile unseres Schutzwaldes sind im Überlebenskampf – und Niederösterreich sieht tatenlos zu!“ Sie wird heute im Landtag ein „verbindliches Maßnahmenpaket“ zur Verbesserung der Schutzwälder und zielgerichtete Förderungen für Waldbesitzer fordern: „Wer heute die Waldverjüngung verschleppt, zwingt morgen die Steuerzahler, Millionen in Lawinenverbauung und Stützkonstruktionen zu investieren.“
Forst klimafit machen
Im Regierungsviertel relativiert man die Größenordnung, um die es geht: „Zwar sind 40 Prozent der Landesfläche Wald, aber nur sechs Prozent zählen zum gebirgigen Schutzwald“, erklärt Landesforstdirektor Hans Grundner. Der Fachmann räumt ein, dass auch in Niederösterreich die Wälder unter Trockenheit und Borkenkäfer-Befall leiden. Das Gegenmittel: klimafitte Waldverjüngung. Grundner weist den Vorwurf fehlender Umsetzung der RH-Empfehlungen zurück. Derzeit würden 120 Aufforstungsprojekte laufen: „Viele sind aber aufgrund der Mehrjährigkeit im Forst logischerweise noch nicht abgeschlossen.“
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