Verteidiger fehlte

Aus „Sorge“ eigene Nichte im Stadtpark geschlagen

Tirol
28.05.2026 07:00

Es war ihm offenbar ein Dorn im Auge, dass sich seine 17-jährige Nichte mit mehreren Burschen in einem Park in Tirol traf. Der 45-jährige Libanese rastete aus und schlug zu. Beim Prozess zeigte sich der Mann geständig, doch ein Fehler des Gerichts verhinderte (vorerst) eine Verurteilung.

Die schockierenden Szenen spielten sich Mitte April im Stadtpark in Kufstein ab! Laut Ermittlern der Polizei hat ein 45-jähriger Libanese am helllichten Tag seine Nichte (17), die sich dort mit mehreren Burschen traf, körperlich misshandelt und sie gegen ihren Willen nach Hause bringen wollen. Die Jugendliche soll dabei erheblich verletzt worden sein.

„Fühle mich als Onkel verantwortlich für sie“
„Ich bekenne mich schuldig, Frau Rat“, versuchte der Angeklagte nun vor dem Innsbrucker Landesgericht erst gar nicht, um den heißen Brei herumzureden. Er habe ihr zwei „Watschen“ gegeben. Aber nicht aus dem Grund, dass er nicht wollte, dass sie sich mit Burschen trifft, wie die Richterin vermutete. „Ich weiß, dass zwei von ihnen der Drogenszene angehören. Wir haben in Kufstein ja ein Problem damit und ich fühle mich als Onkel verantwortlich für meine Nichte“, erklärte der vierfache Familienvater.

Verteidigerpflicht aufgrund von hoher Strafandrohung
Doch plötzlich fiel der Richterin auf, dass bei dem Verfahren mit einem Strafrahmen von sechs Monaten bis fünf Jahren laut Gesetz nicht ohne Verteidiger verhandelt werden darf. „Ihnen wird das nächste Mal ein Verfahrenshelfer zur Seite gestellt“, erklärte sie dem Angeklagten. Der Prozess wurde vertagt.

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