Waffenruhe im Iran

Börsen im Höhenflug, Gas- und Ölpreis stürzen ab

Wirtschaft
08.04.2026 11:14
Porträt von krone.at
Von krone.at

Nachdem sich der Iran und die USA kurz vor Ablauf eines Ultimatums von US-Präsident Donald Trump auf eine zweiwöchige Waffenruhe und die Öffnung der Straße von Hormuz geeinigt haben, sind die Öl- und Gaspreise massiv eingebrochen. Dies sorgte bei den europäischen Aktienanlegern am Mittwoch für große Erleichterung. Doch auch Bedenken machen sich breit.

Von einem „Geschenk von Pakistan“ sprachen mehrere Börsianer – der Nachbar des Irans hatte die weitreichende, sofortige Waffenruhe vermittelt. Daraufhin sackten die Ölpreise in der Nacht um rund 16 Prozent ab. „An den Finanzmärkten ist Aufatmen angesagt“, schrieb Chefvolkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank. Vorerst bleibe eine weitere Eskalation aus.

Der wichtigste Gradmesser für die Inflations- und Konjunktursorgen am Markt sind die Rohölpreise. Ein Barrel der Nordseesorte Brent fiel zeitweise unter 92 Dollar und damit auf das tiefste Niveau seit Mitte März.

Die nahezu vollständige Schließung der Straße von Hormuz – durch die normalerweise ein Fünftel ...
Die nahezu vollständige Schließung der Straße von Hormuz – durch die normalerweise ein Fünftel des weltweiten Erdöls und Flüssiggases transportiert wird – hatte die Kraftstoffpreise in die Höhe getrieben.(Bild: AFP/GIUSEPPE CACACE)

Entsprechend deutlich stieg die Risikofreude der Anleger. Der europäische Leitindex Euro-Stoxx-50 kletterte im Frühhandel 4,14 Prozent auf 5866 Punkte nach oben. In Frankfurt zog der DAX um 4,45 Prozent in die Höhe auf 23.940 Punkte und in London gewann der FTSE-100 2,33 Prozent auf 10.590 Einheiten.

Der Markt dürfte nun genau beobachten, welche Schiffe die Durchfahrt durch die Straße von Hormuz wagen und wie sie sich dabei schlagen. Anfang dieser Woche brachen zwei katarische LNG-Tanker ihre Versuche ab, die Wasserstraße zu passieren, nachdem sie keine Genehmigung von iranischen Beamten erhalten hatten.

„Jojo-Effekte drohen“
Auch wenn die Erleichterung riesig sei, bleibe die Unsicherheit genauso groß. „Es drohen Jojo-Effekte wie in der Coronazeit: Hormuz geht auf, dann wieder zu, dann wieder auf. Das heißt, die Energiepreise bleiben hoch. So wie das Chaos in den Lieferketten“, warnt der Chef des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo), Gabriel Felbermayr.

Er sieht einen „Lehrbuchfall der Geoökonomik“, nämlich, dass die Beherrschung der Meerenge von Hormuz – eines Netzwerkknotens – mehr wert ist als die Beherrschung des Luftraums über einem ganzen Land.

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