Österreichs strategische Gasreserve könnte um zwei Jahre bis April 2029 verlängert werden. Ein entsprechender Entwurf liegt laut dem Wirtschaftsministerium derzeit bei der Koalition. Die österreichische Gasreserve besteht bisher aus 20 Terawattstunden (TWh), was rund ein Viertel des jährlichen Gasverbrauchs ist.
Sie ist aktuell bis 1. April 2027 vorgesehen. In der Regierung ist man sich zwar über die Notwendigkeit der Reserve an sich einig, aber nicht über die Finanzierung. Die Speicherkosten stiegen zuletzt an, die reine Speicherung kostete im Vorjahr 124,7 Millionen Euro. Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) soll sich dagegen wehren, diese Kosten künftig weiterhin allein aus dem Budget seines Ressorts zu stemmen. Die Beschaffung der Reserve kostete vor vier Jahren rund 3,737 Milliarden Euro.
Der neue Plan des Wirtschaftsministeriums sieht nicht nur eine Verlängerung der Speicherung um zwei Jahre, sondern auch frühzeitige, langfristige Kapazitätsbuchungen vor. Auf diese Weise sollen die laufenden Kosten reduziert werden. „Wer Versorgungssicherheit ernst nimmt, muss heute die richtigen Entscheidungen für morgen treffen“, sagte Hattmannsdorfer. Österreich liege zwar im Spitzenfeld bei der Absicherung, es bräuchte aber eine stärkere Abstimmung innerhalb der EU und ein gemeinsames Vorgehen, um Preisstabilität zu gewährleisten.
Speicher zu 35,5 Prozent gefüllt
Der aktuelle Füllstand der Gasspeicher in Österreich liegt nach dem Winter bei 35,5 Prozent. „Die Gasversorgung hat sich seit 2022 grundlegend verändert. Österreich ist heute breit diversifiziert – insbesondere durch Lieferungen aus Norwegen sowie LNG-Importe etwa aus den USA und dem Vereinigten Königreich. Gleichzeitig bestehen Abhängigkeiten von globalen Märkten und geopolitischen Entwicklungen“, teilte das Wirtschaftsministerium am Freitag in einer Aussendung mit.
Österreich ist heute breit diversifiziert – insbesondere durch Lieferungen aus Norwegen sowie LNG-Importe etwa aus den USA und dem Vereinigten Königreich.
Österreichs Wirtschaftsministerium
Gaspreise in der EU um 70 Prozent gestiegen
Die Gaspreise in der EU sind seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar um rund 70 Prozent gestiegen, die für Öl um 60 Prozent. Das teilte der Energiekommissar, Dan Jørgensen, vor wenigen Tagen mit. Unmittelbare Versorgungsengpässe gebe es bisher nicht, aber eine Verknappung bei Diesel und Flugkraftstoff sowie zunehmende Engpässe auf den globalen Gasmärkten. Die EU-Kommission werde bald weitere Vorschläge zur Wiederauffüllung der Gasspeicher und zur Sicherung der Ölversorgung machen, kündigte der Däne an. „Natürlich hoffen wir alle auf einen möglichst raschen Frieden, aber ich halte es für äußerst wichtig, so deutlich wie möglich zu sagen, dass wir selbst bei einem morgigen Friedensschluss in absehbarer Zukunft nicht zur Normalität zurückkehren werden“, sagte Jørgensen.
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