Der kalte Winter hat kräftig an unseren Gasreserven gezehrt. Bis Ende März geht es noch weiter abwärts. Ein klarer Weckruf, unsere Abhängigkeit vom Ausland rasch zu verringern und erneuerbare Energien in Österreich rascher auszubauen. Projekte in Milliardenhöhe sind jedenfalls in der Pipeline.
Die EU und daher auch Österreich haben sich klar dazu verpflichtet, die Abhängigkeit von russischem Öl und Gas zu reduzieren sowie langfristig weg von fossilen Energieträgern zu kommen. Derzeit ist Österreich davon aber noch weit entfernt. Allein im vergangenen Jahr lag der Gasverbrauch bei uns bei rund 81 Terawattstunden (TWh), das entspricht rund 8,1 bis 8,2 Milliarden Kubikmeter Erdgas.
Tiefe Temperaturen legen unsere Abhängigkeit offen
Der heuer kalte Winter hat hier unsere Energieabhängigkeit erneut offengelegt. Aktuell sind unsere Speicher nur mehr zu 37 Prozent befüllt (siehe Grafik), das sind rund 15 Prozentpunkte weniger als im Vorjahr. Bis zum Ende der Heizsaison dürfte es auf rund 28 Prozent hinuntergehen. Für IG-Windkraft-Präsidenten Josef Plank und Energieagentur-Chef Franz Angerer ein klares Warnsignal. „Wir sind nach wie vor extrem abhängig von Gas und daher erpressbar“, betont Angerer. Die Schwächen unseres Systems würden sich gerade im Winter zeigen, wo rund 70 Prozent des Jahresverbrauchs anfallen.
Für Plank liegt die Lösung im massiven Ausbau Erneuerbarer. „Windenergie ist eine Winterenergie der besonderen Klasse“, betont er. Zwei Drittel der Windstromproduktion würden in der kalten Jahreszeit entstehen – genau dann, wenn der Bedarf am höchsten ist. Aktuell decken Windanlagen 16 Prozent des Strombedarfs in Österreich ab.
„Windprojekte um 1,5 bis 1,8 Milliarden Euro in der Pipeline“
Gleichzeitig sind 214 Windräder mit einem Investitionsvolumen von 1,5 bis 1,8 Milliarden Euro in der Pipeline, die so viel Strom liefern würden, wie Vorarlberg verbraucht. Lange Verfahren und fehlende verlässliche Rahmenbedingungen bremsen den Ausbau jedoch.
Ganz vom Gas werde man ohnehin nicht so schnell loskommen. Je weniger aber importiert werden muss, desto weniger erpressbar ist man, so die Experten. Präsident Plank erinnert an den Wasserkraft-Ausbau nach dem Zweiten Weltkrieg: Ein solches Aufbruchsprojekt brauche man jetzt wieder – für Wind, Sonne und Wasser.
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