Zoodirektor über Täter

Schönbrunner Tierkiller „wird es wieder versuchen“

Wien
01.04.2026 16:00

Herbert Eder, Seniorchef des Weißen Zoos, zeigt sich schockiert über die Tötung einer Antilope im Schönbrunner Tiergarten. Er hat sich viel Gedanken darüber gemacht. Das Resultat ist ein veritables Täterprofil. Es erklärt sogar, warum niemand einen Schuss hörte und bisher kein Projektil gefunden wurde.

Herbert Eder ringt nach der Tötung einer jungen Hirschziegenantilope in der Nacht von Samstag auf Sonntag in Wien um Worte: „Das schockiert mich“, sagt der Gründer des Weißen Zoos im niederösterreichischen Kernhof: „Tierquäler hat es immer schon gegeben, aber das ist eine neue Qualität.“ Und er ist sich sicher: „Wer so etwas tut, ist krank. Und genau deshalb wird er es wohl wieder probieren.“

„Sollte sich das wiederholen, ist er schnell gefasst“
Der Täter – Eder ist überzeugt, dass so etwas keiner Frau einfallen kann – empfinde die Suche nach ihm wohl als Nervenkitzel und sehe sich dadurch umso mehr als „wilder Hund“, vermutet der Tiergarten-Doyen auch aus eigener leidvoller Erfahrung: Auch er hatte schon Erfahrung mit Drohungen und versuchter Tierquälerei in der Vergangenheit, gegen die er sich jedoch zu wehren wusste. Den Schönbrunner Kollegen macht er keinen Vorwurf: „Man kann einen Zoo niemals so absichern, dass sicher niemand reinkommt.“

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Das Täterfeld ist ziemlich sicher einzugrenzen. An einen „Lausbubenstreich“ glaube ich nicht.

Herbert Eder, Seniorchef des „Weißen Zoo“

Der Täter hatte nach Einschätzung des Zoodirektors des Weißen Zoos leichtes Spiel.
Der Täter hatte nach Einschätzung des Zoodirektors des Weißen Zoos leichtes Spiel.(Bild: Gerhard Bartel)

Die Gegebenheiten vor Ort kennt Eder – und verachtet Täter und Tat deshalb nur umso mehr: „Das ist ja wie ein natürlicher Hochstand dort beim Gehege. Und die Tiere haben keine Möglichkeit zur Flucht.“ Er ist überzeugt, dass der Schönbrunner Zoo die Tiere nun noch besser schützen wird, aber „sollte sich so etwas wiederholen, ist der Täter schnell gefasst – Fehlersumme führt zum Erfolg.“ Der „Wilderertrieb“ werde wohl zum Wunsch nach einer Wiederholung führen. An einen „Lausbubenstreich“ glaubt Eder nicht.

Suche nach Projektil aus Gewehr vergeblich?
Dass etwa ein Jugendlicher ein Gewehr aus dem „väterlichen Waffenschrank“ entwendet und dann mit Schalldämpfer und Nachtsichtgerät geschossen habe, hält Eder für unwahrscheinlich. Eher denkbar wäre für ihn ein Täter, der bei der Jagdprüfung durchgefallen ist und sich nun „rächen“ wolle. Zoo-Geschäftsführer Rainer Zöchling, selbst Jäger und Waffenkenner, ist jedenfalls sicher, dass die Art der verwendeten Waffe durch Untersuchungen des Tierkörpers bald feststehen wird. Eder hat dazu schon eine Vermutung.

Weil niemand einen Schuss hörte – und auch andere Tiere im Gehege keine Fluchtreaktion zeigten – schlussfolgert Eder, dass es sich um eine absolut lautlose Waffe gehandelt haben muss. Dazu komme, dass im Zoo vorerst ohne Erfolg weiter mit Metalldetektoren nach einem Projektil gesucht wurde. Für Eder daher die naheliegendste Variante: Der Täter verwendete eine Armbrust. Solche Waffen sind frei erhältlich und genießen vor allem in der Survival-Szene Kultstatus. Zur Jagd taugliche Kunststoffbolzen als Munition dafür kosten in China-Onlineshops gerade einmal 2,90 Euro. Für 25 Stück.

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