FPÖ stimmte dagegen

Parlament gibt 325.000 Tonnen Rohöl frei

Innenpolitik
25.03.2026 12:02
Porträt von krone.at
Von krone.at

Österreichs Parlament wird 325.000 Tonnen Rohöl aus der Notstandsreserve freigeben. Damit beteiligt sich die Regierung an einer Initiative der Internationalen Energieagentur (IEA), die den Ölmarkt nach der Eskalation im Nahen Osten stabilisieren soll. Die nötige Zweidrittelmehrheit wurde mit den Stimmen der Grünen erreicht.

Im Detail soll das freigegebene Rohöl aus der Reserve der OMV, der einzigen Betreiberin der heimischen Raffinerien, zu Marktpreisen angeboten werden. Daraus produzierter Treibstoff wie Benzin und Diesel werde nur in Österreich verkauft, teilte das Parlament am Mittwoch mit. Der Vorrat entspricht dem Bedarf von 90 Tagen und wird mit dem jetzigen Schritt um ungefähr elf Tage verringert.

Im April sollen dem Ölkonzern dann 65.000 Tonnen Rohöl angeboten werden. Die IEA will weltweit 400 Millionen Barrel an Ölreserven auf den Markt bringen. „Österreich ist heute besser vorbereitet als 2022“, sagte Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) mit Blick auf den Kriegsbeginn der Ukraine. Man habe sich bewusst für Rohöl entschieden und nicht für die ebenfalls eingelagerten raffinierten Produkte. Letztere halte man auf Lager für den Fall eines Mangels. Das Ministerium erwartet sich durch die Freigabe „positive Preiseffekte“.

Zitat Icon

Noch ist Zeit für die Weiterverarbeitung des Rohöls. Die bereits raffinierten Produkte halten wir auf Lager für den Fall einer Mangellage.

Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmansdorfer

Österreichs Parlament hat entschieden, Rohöl aus der Reserve der OMV (Bild) freizugeben und zu ...
Österreichs Parlament hat entschieden, Rohöl aus der Reserve der OMV (Bild) freizugeben und zu Marktpreisen anzubieten.(Bild: APA/HELMUT FOHRINGER)

Grüne stimmten trotz Bedenken zu
Die Grünen mahnten im Ausschuss im Nationalrat zu einem behutsamen Umgang mit der Reserve. Der Nationalratsabgeordnete Lukas Hammer äußerte zudem Bedenken, ob die OMV überhaupt die Kapazitäten habe, die zusätzliche Ölmenge zu verarbeiten. Das Ministerium bejahte das am Mittwoch. Die Partei stimmte schließlich gemeinsam mit der Regierung zu, einzig die FPÖ votierte gegen die Freigabe des Rohöls. Die Freiheitlichen sagten, dass es derzeit keine Versorgungslücke, sondern ein Preisproblem gebe. Der Abgeordnete Paul Hammerl (FPÖ) gab zu bedenken, dass die Lager nach der Maßnahme wieder aufgefüllt werden müssten und der Preis dann stark abweichen könne.

Man habe Zeit für eine Wiederbeschaffung zu Marktpreisen ohne Verluste, entgegnete eine Fachfrau im Ausschuss. Die konkreten Zeitpunkte für die Rückgabe würden vertraglich vereinbart werden. Die Freigabe wird ab 1. April für sechs Monate erfolgen.

Kickl forderte Rückkehr zu russischem Gas
„Die Skrupellosigkeit des Herbert Kickl kennt keine Grenzen: Kickl riskiert Engpässe bei der Energieversorgung für die Menschen in Österreich, nur um parteitaktische Spielchen zu spielen und politisches Kapital für seine Partei zu schlagen (...)“, kritisierte ÖVP-Generalsekretär Nico Marchetti. Der FPÖ-Chef habe gar die Rückkehr zu russischem Erdgas gefordert. „Dabei war Putin es, der uns das Gas abgedreht hat“, sagte er.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt