Bei den Parlamentswahlen in der EU-Inselrepublik Zypern sind die Konservativen der Demokratischen Gesamtbewegung (DISY) als Sieger hervorgegangen.
Im Mittelpunkt des Wahlkampfes standen unter anderem die Folgen des Krieges im nahe gelegenen Nahen Osten, die sich auf Preise und die wichtigste Einkommensquelle des Landes – den Tourismus – auswirken. Auch Themen wie Migration, Freunderlwirtschaft und Korruption sowie die seit 1974 andauernde Besetzung des Nordens der Insel durch türkische Truppen und die daraus resultierende faktische Teilung der Insel wurden intensiv diskutiert.
Nach Auszählung von 85 Prozent der Stimmen kamen die Konservativen der Demokratischen Gesamtbewegung (DISY) auf rund 27 Prozent. Zweitstärkste Kraft war die linke AKEL-Partei mit 23,8 Prozent. Dies teilte am Sonntagabend das zyprische Innenministerium mit.
Auch Partei eine Youtubers schaffte es ins Parlament
Das amtliche Endergebnis und die genaue Sitzverteilung im Parlament mit 56 Sitzen sollte am Montag vorliegen, berichtete der zyprische Rundfunk RIK. Drittstärkste Kraft wurde die ultranationalistische Nationale Volksfront (ELAM) mit etwa elf Prozent. Die Partei der politischen Mitte DIKO kommt auf zehn Prozent. Zwei kleinere Parteien – darunter die eines YouTubers – dürften ebenfalls ins Parlament einziehen.
Alle relevanten Parteien gelten als grundsätzlich proeuropäisch. Laut Innenministerium warben insgesamt 17 Parteien und einige unabhängige Kandidaten um die Stimmen von rund 569.000 Wahlberechtigten. Für den Einzug ins Parlament gibt es eine Klausel von 3,6 Prozent der Stimmen.
Rolle des Parlaments
Direkte Auswirkungen auf die Regierung hat die Wahl nicht: Die politische Macht liegt laut Verfassung beim Staatsoberhaupt, das direkt vom Volk gewählt wird. Der konservative Präsident Nikos Christodoulidis, der seit 2023 im Amt ist, bildet die Regierung und führt sie. Das Parlament übernimmt vor allem eine Kontrollfunktion. Die Wahl gilt daher als wichtiges Stimmungsbarometer für die Präsidentschaftswahl 2028.
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