Vergleich mit Ukraine

OMV: Iran-Krieg bedroht Versorgung noch stärker

Wirtschaft
24.03.2026 17:21
Porträt von krone.at
Von krone.at

Der Krieg im Iran könnte die weltweite Energieversorgung stärker beeinträchtigen als der Einmarsch in die Ukraine. Das sagte jetzt OMV-Chef Alfred Stern. Der Ukraine-Krieg habe die Energieströme zwar weitgehend umgeleitet, die militärische Operation im Iran entziehe dem Weltmarkt aber verfügbare Mengen.

So wurden zum Beispiel auch in Nachbarstaaten des Kriegslands wichtige Energieanlagen zerstört. Die Schifffahrt durch die Straße von Hormuz, über die rund 20 Prozent der weltweiten Erdöl- und Flüssiggasströme abgewickelt werden, ist nahezu zum Erliegen gekommen. „Die derzeitige Krise im Nahen Osten ist eine echte physische Unterbrechung der Lieferketten“, sagte Stern, Vorstandschef des österreichischen Öl-, Gas- und Chemiekonzerns OMV. Dies sei deutlich gravierender als die Auswirkungen des Ukraine-Kriegs auf die weltweite Energieversorgung.

OMV-Chef Alfred Stern (Bild) sieht die Energieversorgung durch den Iran-Krieg stärker bedroht ...
OMV-Chef Alfred Stern (Bild) sieht die Energieversorgung durch den Iran-Krieg stärker bedroht als durch den Krieg in der Ukraine.(Bild: AFP/JOE KLAMAR)

Die entscheidende Frage sei, wie lange der Krieg im Nahen Osten dauere. „Wenn dies zeitlich begrenzt ist, wird es wahrscheinlich geringere Auswirkungen haben“, sagte Stern weiter. In einkommensschwächeren Ländern seien die wirtschaftlichen Folgen schon spürbar. Auch die Internationale Energieagentur IEA sprach Mitte März bereits von der „größten Versorgungsstörung in der Geschichte des globalen Ölmarkts“. Die Golfstaaten hätten die Ölproduktion um mindestens zehn Millionen Barrel pro Tag heruntergefahren, teilte die Agentur mit. Vor dem Krieg im Iran wurden täglich ungefähr 20 Millionen Barrel Öl durch die Meerenge transportiert. Als Reaktion gab die IEA eine Rekordmenge strategischer Ölreserven frei.

EU verschiebt Verbot für russische Importe
Die EU-Kommission hat nun die Präsentation von Plänen für ein vollständiges und dauerhaftes Verbot von russischen Ölimporten verschoben. Die Vorlage war ursprünglich für den 15. April geplant. Gründe nannte eine Sprecherin am Dienstag zunächst nicht. Denkbar ist aber, dass die Situation auf dem weltweiten Ölmarkt eine Rolle spielt. Bis zuletzt bezogen noch Ungarn und die Slowakei Öl aus Russland. 2022 hatte die EU ein weitgehendes Einfuhrverbot beschlossen, allerdings mit entsprechenden Ausnahmen.

Selbst im Fall einer schnellen Beendigung des Iran-Kriegs dürften die wirtschaftlichen Verwerfungen nach Einschätzung der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) länger anhalten. DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier verwies auf zerstörte Infrastruktur für die Suche und Förderung nach Gas in der Region, Probleme beim Abtransport per Schiff und Produktionsausfälle in Saudi-Arabien, Katar, Kuwait und im Irak. Zudem sei Dubai als wichtiger Umschlagpunkt für Luftfracht gestört. Treier erwartet ein Plus von 40 bis 50 Prozent beim Ölpreis.

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