Gemeinnütziger Wohnbau

Land verkauft Darlehen: „Die Mieten sollen sinken“

Burgenland
20.03.2026 14:53

Nach den privaten Häuslbauern bietet das Land Burgenland nun auch den gemeinnützigen Bauträgern an, ihre Wohnbauförderungsdarlehen mit einem Nachlass vorzeitig zurückzuzahlen. Von den günstigeren Kreditkosten sollen dann die Mieter profitieren. 

Ziel sei es, einerseits die Mieten zu senken, andererseits soll Geld in den Landeshaushalt kommen, betont Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ). Das Modell wurde vom Land und den vier gemeinnützigen Wohnbauvereinigungen gemeinsam ausgearbeitet. Der Nachlass wird abhängig von der Restlaufzeit des Darlehens gestaffelt. Die ältesten mit einer Restlaufzeit von unter fünf Jahren können mit 15 Prozent Nachlass vorzeitig zurückgezahlt werden, jene mit fünf bis 17 Jahren Restlaufzeit mit 25 Prozent und die neuesten mit einer längeren Restlaufzeit mit 35 Prozent.

Günstigere Kreditkosten für die Bauträger sollen die Folge sein. „Klare Bedingung ist, dass diese finanziellen Vorteile durch den Rückkauf an die Mieter weitergegeben werden“, stellt Wohnbaulandesrat Heinrich Dorner (SPÖ) klar.

Entlastung für die Mieter, Geld für das Landesbudget: Doskozil, Dorner und Kollar präsentierten ...
Entlastung für die Mieter, Geld für das Landesbudget: Doskozil, Dorner und Kollar präsentierten gemeinsam das Rückkaufmodell für Gemeinnützige.(Bild: LMS)

Mindestens 20 Euro monatliche Ersparnis
Für die Gemeinnützigen beginnt nun eine Rechenaufgabe bei den jeweiligen Darlehen. Schließlich muss der Rückkauf Sinn machen. „Wir werden deshalb jetzt jedes Darlehen durchrechnen“, kündigt OSG-Obmann Alfred Kollar an, der auch Landesgruppenobmann der gemeinnützigen Bauvereinigungen ist. Als Richtwert habe man eine Größenordnung von mindestens 20 Euro Mietersparnis monatlich und 250 Euro pro Jahr festgelegt.

Kollar rechnet mit rund 300 bis 400 Anträgen alleine von der OSG und 700 bis 800 Anträgen insgesamt. In der OSG könnten laut seinen Schätzungen etwa 3000 Wohnungen und Reihenhäuser in den Genuss eines Nachlasses kommen. Die Mieter selbst müssen nichts tun. Die notwendigen Anträge werden von den jeweiligen gemeinnützigen Bauträgern für ihre Objekte gestellt. Die Frist läuft bis Ende Mai, bis Ende Juni muss dann die vorzeitige Rückzahlung erfolgen. Man erwartet sich dadurch Einnahmen von 260 Millionen Euro für die Landeskasse.

Große Nachfrage bei privaten Häuslbauern
Bereits seit Ende Jänner läuft der Verkauf an private Häuslbauer. Rund 16.600 Anträge sind bisher eingelangt, was in etwa 70 Prozent der privaten Darlehensnehmer entspreche, gab Doskozil bekannt. Bis Ende März können noch Anträge eingehen, die Rückzahlung muss bis 30. April erfolgen. Das Rückflussvolumen wird derzeit auf rund 260 Millionen Euro geschätzt. „Für die Häuslbauer bedeutet das eine Entlastung von 87 Millionen Euro“, erklärt der Landeschef.

In der dritten Phase sollen dann die verbleibenden Wohnbaudarlehen an Banken oder Versicherungen verkauft werden. Laut Doskozil werde dies wahrscheinlich über eine europaweite Ausschreibung erfolgen.

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