„Steht unter Druck“

Tirols Industrie im Fokus bei Besuch des Kanzlers

Tirol
12.05.2026 18:00

Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) machte am Dienstag im Zuge eines Tirol-Besuchs einen Rundgang durch eine führende Firma im Bereich der Life Sciences. Im Anschluss nahm er an einem Industriedialog teil. Wünsche von Tirols IV-Boss Max Kloger hörte sich der Kanzler mit ernster Miene an.

Einen Einblick in die Firma Leonhard Lang in der Innsbrucker Rossau erhielt am Dienstag Bundeskanzler Christian Stocker. Das seit 150 Jahren bestehende Unternehmen produziert medizinische Elektroden-Systeme und Zubehör für EKG, Defibrillation, Elektrochirurgie sowie Stimulation und zählt zu den weltweit führenden Anbietern im Bereich der Life Sciences.

Grund für Stockers Besuch war unter anderem der anschließende Industriedialog, der zusammen mit Tirols IV-Präsident Max Kloger und Landeshauptmann Anton Mattle (ÖVP) stattfand.

Industrie stark unter Druck
Wie berichtet, hat die Bundesregierung diesen Jänner die Industriestrategie 2035 beschlossen, die Österreich mit exakt 114 Maßnahmen in die Top 10 der OECD-Länder bringen soll. Stocker zeigte sich von Tirols Industrie beeindruckt und rechnete vor, dass „seit 2024 Industrieinvestitionen von rund einer Milliarde Euro durch eröffnete Werke, in Betrieb genommene Anlagen und laufende Ausbauten standortwirksam geworden sind“.

Aufgrund der bekannten Krisen weltweit stehe die Industrie jedoch stark unter Druck, räumte der Bundeskanzler ein. Mit der Senkung der Lohnnebenkosten um einen Prozentpunkt im Jahr 2028 und dem Industriestrompreis ab Jänner 2027 arbeite man an Entlastungsmaßnahmen.

Zwischen der Betriebsbesichtigung und dem Industriedialog traten Bundeskanzler Christian Stocker ...
Zwischen der Betriebsbesichtigung und dem Industriedialog traten Bundeskanzler Christian Stocker (Mitte), Landeshauptmann Anton Mattle (re.) und IV-Präsident Max Kloger vor die Vertreter der Medien.(Bild: Johanna Birbaumer)

Mit ernster Miene Tirols Forderungen angehört
Kloger hakte an dieser Stelle ein und forderte mehr Klarheit: „Planbare Energiepreise sind ein entscheidender Standortfaktor. Viele Unternehmen beschaffen Strom für 2027 bereits in diesem Jahr. Der Industriestrompreis hilft daher nur, wenn er rechtzeitig planbar ist.“ Weiter meinte der IV-Boss, dass die Senkung der Lohnnebenkosten zwar ein richtiger Schritt sei, „entscheidend ist aber, was am Ende im Betrieb übrig bleibt. Wenn Entlastungen durch neue Steuern wieder aufgezehrt werden, verbessert sich die Wettbewerbsfähigkeit nicht.“

Und einmal mehr pochte Kloger auf eine Entbürokratisierung, „die nicht nur angekündigt wird, sondern bei Genehmigungen, Förderverfahren und Berichtspflichten tatsächlich schneller, einfacher und planbarer wird“. Forderungen, die Stocker mit ernster Miene zur Kenntnis nahm.

Unterdessen hob Mattle hervor, dass Tirol mit dem Bereich Life Science und der Quantentechnologie über eine starke Basis und exzellente Forschungslandschaft verfüge. „Unsere Industrie besteht im internationalen Wettbewerb aber nur, wenn wir die Rahmenbedingungen massiv verbessern und die Wettbewerbsfähigkeit erhöhen.“

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