„Nur Egoismus“

„Krone“-Leser fordern Strafen für Wiens Öffi-Rüpel

Wien
09.03.2026 11:00

An Konfrontationen mit Rüpeln in den Wiener Öffis herrscht kein Mangel. Auf entsprechendes reges Echo ist der „Krone“-Aufruf gestoßen, diese Erlebnisse zu teilen. Und alle sind sich einig: Fruchtet die Kampagne nicht, soll endlich gestraft werden.

Nur ein erster Schritt könne die neue Kampagne der Wiener Linien gegen Rüpel in den Öffis sein, sind sich „Krone“-Leserinnen und -Leser einig. Christa K. etwa bezweifelt bei allem Lob für die Kampagne, „dass sich das deshalb, also ohne Strafe, bessern wird“. Sie selbst fuhr vor Kurzem mit der U1, hörte mit Kopfhörern „nicht wirklich leise“ Musik und hatte neben sich ein Mädchen, das so laut telefonierte, dass es die Musik übertönte.

Werden die Richtigen die Kampagne überhaupt hören?
Als Frau K. sie um Rücksicht ersuchte, begann das Mädchen zu toben, zu schimpfen und generell „einen derartigen Hampelmann zu machen, dass alle Leute schon mit mir mitlachten“. All das konnte Frau K. – trotz der Musik in den Kopfhörern – gut hören, bis hin zum „Mega-Knaller, und das hat sie tatsächlich so gesagt: Ich solle doch mehr Rücksicht nehmen.“

Zitat Icon

Ein Mädl hat so laut telefoniert, dass ich sie um Rücksicht gebeten habe. Derbe Unflätigkeiten als Reaktion habe ich stoisch hingenommen. 

Christa K.

Brigitte K. bezweifelt, dass die Kampagne überhaupt wahrgenommen wird: Auch Durchsagen, Sitzplätze jenen zu überlassen, die sie brauchten, würden ja ignoriert oder gar nicht gehört, und dazu komme: „Ein- und Ausstieg wird grundsätzlich blockiert, Rucksack bekommt man ins Gesicht oder ins Kreuz, und die Sitzordnung so, dass man schräg zwei Sitze in Anspruch nimmt und die Füße am gegenüberliegenden Sitz platziert.“

„Erziehung fängt nicht in den Öffis an“
Frau K. nutzt seit 50 Jahren dieselbe Busroute und findet, die Fahrt sei „sehr unangenehm geworden. Grundsätzlich leider bei allen Öffis ein egoistisches Verhalten“, resümiert sie. Wie eine Antwort wirkt der Internet-Kommentar von User Johehoba: „Und, was kann man daran ändern? Gar nichts. Erziehung fängt nicht in den Öffis an.“ Auch User BoomerGrantler findet, dass schon die Notwendigkeit einer Kampagne das „ultimative Armutszeugnis für unsere Gesellschaft“ ist.

Ohnehin aber ist normales Telefonieren für die meisten im „Krone“-Forum nicht das Schlimmste: Sie wären schon froh, wenn sie zumindest von Freisprechanlagen und laut gehörten Internet-Videos verschont blieben.

Sima und Reinagl stehen Wienern im Wort
Fest steht: Für die Kampagne war es höchste Zeit, denn die Rücksichtslosigkeit nimmt aus Sicht der „Krone“-Leserschaft immer bizarrere Formen an: Michael D. beobachtet als „Trend“, dass Reste aus Getränkedosen in Öffis auf den Boden geleert werden, um sie trocken zum Pfand-Automaten bringen zu können, und Elisabeth Z. fuhr zuletzt über eine weite Strecke in der U3 mit einem Essenslieferanten samt Moped.

Es sieht danach aus, als müssten sich Öffi-Stadträtin Ulli Sima (SPÖ) und Wiener-Linien-Chefin Alexandra Reinagl demnächst beim Wort nehmen lassen. Sie versprachen, man werde sich „ein paar Monate anschauen“, wie die Kampagne wirkt – und ab dann jene Strafen einheben, die die Wiener Linien eigentlich jetzt schon verhängen könnten.

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