Rezeptfrei einkaufen

Online-Apotheken scharren in den Startlöchern

Web
02.06.2014 14:15
Voraussichtlich ab Mitte 2015 werden auch österreichische Apotheken rezeptfreie Medikamente über das Internet verkaufen dürfen. Rund 65 von ihnen werden dann auch online an den Start gehen, wie eine Umfrage des auf Pharmahandel spezialisierten Beratungsunternehmens Sempora ergeben hat. Nach eigenen Angaben selbstlos mitmischen will beim erwarteten Online-Boom auch Universal/Quelle.

Nach einem Urteil des Obersten Gerichtshofes vom 27. März 2012 dürfen ausländische Versandapotheken aus dem EU-Raum rezeptfreie Medikamente an Endverbraucher in Österreich verkaufen. Das in Österreich geltende absolute Arzneimittelversandverbot verstoße gegen das Gemeinschaftsrecht, begründeten die Höchstrichter ihre Entscheidung.

Österreichischen Apotheken ist der Versandhandel nach wie vor verboten - das soll sich aber voraussichtlich Mitte 2015 ändern. Die Apotheker rechnen laut einer Umfrage damit, dass sich dann rund 65 österreichische Apotheken am Versandhandel beteiligen werden. Es handelt sich dabei um einen gewichteten Mittelwert der Aussagen von 57 der insgesamt rund 1.300 Apotheken in Österreich.

Versandhändler will mitmischen
Von Anfang an dabei sein will bei dem erwarteten Boom in der Branche auch der Versandhändler Universal/Quelle, der mit der Apotheke Austria kooperiert. Die Versandapotheke bietet ihre Waren unter der Internetadresse apotheke-oesterreich.at an, physisch sitzt sie im tschechischen Varnsdorf an der Grenze zu Deutschland. Das soll sich nach Auskunft der österreichischen Eigentümer auch nach dem Versandverbot in Österreich nicht ändern.

Kunden sollen von niedrigen Preisen profitieren
Hauptgrund für die langfristige Kooperation des Versandhändlers mit Apotheke Austria: Man wolle die Kunden von den niedrigeren Preisen profitieren lassen, so Harald Gutschi, Sprecher der Geschäftsführung von Unito (Quelle, Universal). Er sieht sein Unternehmen "ein bisschen als Robin Hood", man wolle den Menschen helfen, vor allem Bezieher von kleinen und mittleren Einkommen und Pensionen.

Der Verkaufsschlager bei Apotheke Austria ist nach eigenen Angaben derzeit "alles, was mit dem Thema Bikinifigur zu tun hat". Ein Renner sind auch Vitamin- und Mineralstoffpräparate, bei denen die Kunden einen ärztlich zwar nicht festgestellten, aber subjektiv empfundenen oder vermuteten Mangel ausgleichen wollen, aber auch Klassiker wie Bepanthen oder Aspirin. Im Durchschnitt würden die Kunden knapp 60 Euro pro Bestellung ausgeben.

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