Österreich-Premiere

Erster Versorgungsroboter an Innsbrucker Klinik

Digital
25.02.2026 07:25
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die Innsbrucker Klinik wartet seit Mitte Februar in der Abteilung für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde mit dem österreichweit ersten Versorgungsroboter auf. Der mobile Transportroboter „Rolliver“ übernimmt autonom den Transport von gebrauchten Instrumenten wie etwa Pinzetten, Nebelsaugern oder Winkelstücken. 

Aus 42 Kojen des Departments bringt er diese Instrumente zur zentralen Aufbereitung, hieß es am Dienstag bei einem Pressegespräch der landeseigenen „tirol kliniken“. Der Roboter übernehme damit „die planmäßige Abholung der Entsorgungssiebe mit unreinem Instrumentarium“, beschrieb Gerald Slamanig, Leiter der Bereichsverwaltung IIIb und unter anderem für das Department für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde zuständig, die exakte Aufgabe des Roboters.

Mithilfe von „moderner Sensorik und Navigationssoftware“ erkenne dieser dabei auch selbstständig Hindernisse im Klinikalltag und passe Routen gegebenenfalls an.

Roboter spielt Mitarbeiter frei
Damit sei es möglich, „Mitarbeiter von einer zeitaufwendigen Standardtätigkeit freizuspielen“, erklärte Slamanig. Bisher sei „eine Mitarbeiterin nahezu den ganzen Tag ausschließlich mit dem Einsammeln von unreinen Instrumenten beschäftigt gewesen“, berichtete der Experte. „Nunmehr gewinnen die Mitarbeiter mehrere Stunden pro Tag für die zentrale Arbeit in der Aufbereitung, also für Arbeit, für die sie eigentlich ausgebildet sind“, betonte Slamanig. Nebenbei gewährleiste „Rolliver“ auch noch eine „nachhaltige Sicherheit für die Instrumente“.

Am Tag legt „Rolliver“ rund 6500 Meter zurück.
Am Tag legt „Rolliver“ rund 6500 Meter zurück.(Bild: APA/MARKUS STEGMAYR)

Aus der handfesten Praxis berichtete Gabriele Holzknecht, Leiterin der Aufbereitung am Department für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde. Bedient werde „Rolliver“ von dort aus über ein Tablet und damit auch „bei Bedarf geholt“. „Er kommt dann sofort und motzt auch nicht, egal wie oft er im Endeffekt kommen muss“, schilderte sie augenzwinkernd einen wesentlichen Vorteil des Roboters. Er sei auf alle Fälle „eine große Unterstützung für uns“ und könne pro Fahrt „etwa 30 Entsorgungssiebe mitnehmen“.

Jede der „Behandlungseinheiten“ werde vom Versorgungsroboter am Tag in etwa elf Mal angefahren, was bedeute, dass dieser am Tag etwa 6500 Meter zurücklege.

Künftige „Schwester für „Rolliver“ vorstellbar
Die Erfahrungen mit dem Versorgungsroboter seien bisher „sehr gut“, meinte Slamanig zu dessen bisherigen Einsätzen. „Seit Februar sammeln wir jetzt Erfahrungen mit ihm und der Mitarbeiterzuspruch ist gut“, führte er aus. Sowohl Zuspruch als auch Erfahrung legten also nahe, dass „Rolliver“ – dessen Kosten sich im niedrigen sechsstelligen Bereich bewegen – bald „eine Schwester oder einen Bruder bekommt“, stellte Slamanig in Aussicht, wollte sich allerdings nicht auf einen konkreten Zeitpunkt festlegen.

Vorerst aber sei man auch ohne Geschwisterchen „stolz auf Rolliver“, erklärte die bei dem Pressegespräch ebenfalls anwesende Gesundheitslandesrätin Cornelia Hagele (ÖVP). Sie sei zudem überzeugt, dass „die technische Entwicklung in den kommenden zwei bis fünf Jahren“ rasant sein werde und künftig auch andere und noch modernere Modelle im Einsatz stehen könnten. Dem schloss sich auch Slamanig an: „Im Grunde sind viele Einsatzgebiete im Logistik- oder Versorgungsumfeld möglich und denkbar.“

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