Das ändert sich

Jetzt fix: Bald wieder Erasmus in Großbritannien

Ausland
23.02.2026 11:12
Porträt von krone.at
Von krone.at

Mit dem Brexit 2020 ist Großbritannien auch aus dem Erasmus-Programm der EU ausgestiegen. Zuvor zählten britische Unis zu den Hauptzielen für einen Austausch. Ab Mitte 2027 sollen nun wieder die ersten Aufenthalte möglich sein.

Vor dem Brexit war Großbritannien eines der beliebtesten Erasmus-Ziele bei österreichischen Studierenden, Lehrlingen, Lehrenden und Schülerinnen bzw. Schülern. Im Hochschulbereich belegte das Land mit 4.800 Personen (2014-2020) den dritten Platz hinter Deutschland und Spanien, im Schul- und Berufsbildungsbereich sogar an erster Stelle. Das lag einerseits an der Sprache, andererseits auch am Ruf der englischen Schulen bzw. Hochschulen.

Verlagerung nach Irland
Nach dem Ausstieg Großbritanniens verlagerten sich die Austauschaktivitäten im Schulbereich dann nach Irland. „Aber Irland ist voll, weil ganz Europa dorthin ausgewichen ist“, so OeAD-Geschäftsführer Jakob Calice zur APA. Es gebe daher kaum noch verfügbare Partnerschulen.

UK wohl aus finanziellen Gründen ausgestiegen
Aber auch handfeste finanzielle Motive hätten eine Rolle gespielt. Bedingung für die Erasmus-Teilnahme einer Hochschule ist auch der Verzicht auf Studiengebühren für die Gaststudierenden. An britischen Unis hätten jährlich rund 30.000 Personen aus Europa einen Erasmus-Aufenthalt absolviert, umgekehrt seien nur 18.000 Briten nach Europa gegangen, meinte Calice. Nach dem Ausstieg seien die von Gebühren befreiten Studierenden aus Europa dann von zahlenden Studentinnen und Studenten aus Indien und China ersetzt worden. Auch kulturell habe es nicht gepasst, an einem Programm teilzunehmen, das eine europäische Identität formen will.

Auch Schweiz ab 2027 wieder bei Erasmus+
Die Rückkehr erfolgt nun analog zu anderen Staaten, die trotz fehlender EU-Mitgliedschaft an Erasmus teilnehmen. Wie etwa Norwegen, Island, Liechtenstein, Serbien, Nordmazedonien oder die Türkei kauft sich Großbritannien dafür quasi ein – und zwar in alle Programmbereiche von Schulen und Hochschulen bis zu Berufsbildung und Praktika oder Jugend. Die Schweiz wird ab 2027 übrigens auch wieder an Erasmus+ teilnehmen.

Aufenthalte müssen erst vorbereitet werden
Bis erste Schüler, Lehrlinge oder Studierende wieder einen Erasmus-Aufenthalt in Großbritannien absolvieren können, dürfte es aber noch dauern. Einerseits müssten die Briten wieder eine Agentur zur Abwicklung aufbauen – außerdem haben etwa die britischen Unis eine Charta zu erfüllen: Dazu zählen etwa der Verzicht auf Studiengebühren und ein faires Auswahlverfahren. Bei Visa-Fragen, Wohnung und Versicherungen sollen Studierende aus dem Ausland zudem ausreichend unterstützt werden. Und schließlich brauche es Kooperationsvereinbarungen zwischen den einzelnen Institutionen.

Die University of Cambridge zählt zu den beliebtesten Uni-Zielen für ein Auslandssemester in ...
Die University of Cambridge zählt zu den beliebtesten Uni-Zielen für ein Auslandssemester in Großbritannien.(Bild: AFP/JUSTIN TALLIS)

Austausch im Schulbereich wird nächster Schritt
Das werde im Hochschulbereich wahrscheinlich recht schnell gehen, da viele Unis über eigene Programme Erasmus-Kooperationen in eingeschränktem Ausmaß aufrechterhalten konnten, vermutet Calice. Im Schulbereich habe es für britische Einrichtungen dagegen keine Möglichkeit gegeben, bei Erasmus mitzumachen. Dort müssten erst wieder Kooperationen aufgebaut werden – hier gelte es für Österreich schnell zu sein: „Wir müssen früh dran sein, weil ganz Europa klopft an.“

Erste Erasmus-Semester in Großbritannien im Herbst 2027
Für Studierende ist ein Erasmus-Auslandssemester in Großbritannien ab Herbst 2027 realistisch – kümmern sollte man sich darum schon in diesem Herbst, rät Calice. Praktika in Großbritannien könnten auch schon im Sommer 2027 möglich sein. Österreichische Schulen können ab dem Schuljahr 2027/2028 wieder mit Großbritannien kooperieren und ihre Schülerinnen und Schüler dorthin entsenden. Für das erste Jahr hofft er aufgrund des nötigen Aufbaus auf insgesamt rund 2.000 Auslandsaufenthalte über alle Bildungssektoren und Jugend – das entspreche in etwa dem Höchststand von 2017. Seither sei Erasmus aber deutlich ausgebaut worden, das Potenzial sei also deutlich höher.

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