Xian wird vorgeworfen, auf der von den USA aus betriebenen chinesischsprachigen Website Boxun falsche Behauptungen verbreitet zu haben. Unter anderem soll er geschrieben haben, die Regierung würde lebenden Menschen Organe entfernen und Menschen lebendig begraben.
Boxun, das den 62-Jährigen als einen seiner Journalisten bezeichnete, wies die Vorwürfe zurück. Derartige Berichte habe es nie gegeben, erklärten die Betreiber der Website, die häufig Meldungen ohne Quellenangabe veröffentlicht. Xian sei vielmehr ein Opfer der jüngsten Bestrebungen Pekings, die Freiheit im Internet massiv einzuschränken.
Internetforen wie das chinesische Twitter-Pendant Sina Weibo sind in den vergangenen Jahren zu einem wichtigen Medium des Meinungsaustausches in China geworden. Blogger nutzen sie, um auf Probleme wie Korruption oder Umweltverschmutzung aufmerksam zu machen. Doch werden immer wieder Blogs geschlossen und unliebsame Autoren festgenommen.
Wiederholt wurden zudem die Gesetze verschärft, um die Verbreitung kritischer Berichte zu bestrafen. So drohen Autoren "verleumderischer Botschaften" seit September bis zu drei Jahre Haft, wenn diese 500 Mal weiterverbreitet oder mehr als 5.000 Mal angeklickt wurden.
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