Was beschäftigt Nachwuchs-Industrielle? Der Vorsitzende der Jungen Industrie in Oberösterreich bemängelt ein sinkendes Bildungsniveau und fordert eine Reform von Lehrkräfte-Ausbildung und Schulbüchern. Sein eigenes Unternehmen kämpft mit hohen Arbeitskosten.
„Wir haben in unserem Unternehmen 30 Jahre lang einen Lehrlingstest gemacht und immer die gleichen Fragen gestellt – die Punktezahlen sind immer schlechter geworden, bis wir den Test vor ein paar Jahren eingestellt haben.“ Zu diesem alarmierenden Befund kommt Lennart Braun (38), Vorsitzender der Jungen Industrie in Oberösterreich, der Jugendsparte der Industriellenvereinigung.
„Betriebe müssen immer mehr Bildungsaufgaben übernehmen“, sagt Braun, der gleichzeitig Geschäftsführer der Braun Maschinenfabrik aus Vöcklabruck ist. „Wir machen zum Beispiel Mathematik- und Englischkurse, weil die Jungen das in der Schule nicht mehr ausreichend lernen.“ Darin sieht der Jugendvertreter eine Gefahr für den gesamten Wirtschaftsstandort: „Die gute Ausbildung der Menschen war früher eine unserer großen Stärken. Wenn diese jetzt wegfällt, warum sollten dann Betriebe bei uns produzieren oder entwickeln, wenn es woanders günstiger und die Ausbildung gleich gut ist?“ Seine Forderung: Die Ausbildung der Lehrkräfte und die Schulbücher sollen überarbeiten werden.
Wasserkraft läuft, Stahl schmilzt
Die Braun Maschinenfabrik stellt Instrumente für die Stahlindustrie sowie Ausrüstung für Wasserkraftwerke her. Im Vorjahr machte das Unternehmen mit 115 Mitarbeitern in Österreich rund 23 Millionen Euro Umsatz. „In der Wasserkraft-Sparte haben wir den Auftragseingang 2025 verdoppelt, weil viele Kraftwerke saniert und neu gebaut werden“, so Braun. Dafür sei der Stahl-Geschäftsbereich um etwa dasselbe geschrumpft. „Weil wir in Österreich weniger wettbewerbsfähig sind“, kritisiert Braun die aus seiner Sicht zu hohen Arbeitskosten.
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