In der Nacht auf Dienstag verließ ein verurteilter afghanischer Straftäter Österreich – auf eigenen Wunsch. Der 30-Jährige ersparte sich dadurch Haftzeit, wurde unmittelbar nach Verbüßung einer Strafe außer Landes gebracht. Davor verbrachte er allerdings sieben seiner zehn Jahre auf Steuerzahlerkosten hier hinter Gittern ...
Insgesamt wurde der Mann hierzulande viermal strafrechtlich verurteilt, unter anderem wegen Vergewaltigung, versuchter Vergewaltigung, schwerer Körperverletzung sowie gefährlicher Drohung. Darüber hinaus weist sein Strafregister zwölf kriminalpolizeiliche Eintragungen auf, heißt es. Gegen ihn besteht ein aufrechtes Einreise- und Aufenthaltsverbot.
Eigenständige kontrollierte Ausreise
Wie das Innenministerium am Dienstag mitteilt, machte der Afghane von der Möglichkeit der „eigenständigen kontrollierten Ausreise“ Gebrauch. Was das konkret bedeutet: Nachdem er die Hälfte seiner Haftstrafe abgesessen hat, darf er raus aus der Zelle, rein ins Flugzeug und ab nach Kabul, wo er auch in der Nacht gelandet ist. Mit im Gepäck: 900 Euro „Taschengeld“ (der Höchstsatz, heißt es).
Ich sage ganz klar: Verurteilte Straftäter müssen Österreich verlassen!

Gerhard Karner, Innenminister (ÖVP)
Bild: APA/GEORG HOCHMUTH
Mit 20 Jahren flüchtete der Mann nach Österreich: Von Integration und Anpassung blieb am Ende nicht viel übrig. Statt in Deutschkursen saß er auf der richterlichen Anklagebank. Seine „Wohnadressen“ wechselte der heute 30-Jährige in den vergangenen sieben Jahren dreimal: Allesamt sind sie berühmt-berüchtigt: Justizanstalt Sonnberg, Justizanstalt Stein – zu guter Letzt Justizanstalt Gerersdorf. Eine kostspielige Logis. Allein im Jahr 2024 kostete ein Häftling pro Tag 186 Euro – macht für ein Jahr knapp 70.000 Euro!
Erst vor rund einer Woche wurde ein afghanischer Intensivstraftäter von Österreich über Istanbul direkt nach Kabul abgeschoben. Der 33-Jährige wurde dort von Vertretern österreichischer Behörden an die zuständigen Stellen übergeben. Auch er hatte rund die Hälfte seiner Zeit in Österreich in Haft verbracht.
Weitere Rückführungen geplant
Innenminister Gerhard Karner bekräftigte einmal mehr den eingeschlagenen Kurs: „Verurteilte Straftäter müssen Österreich verlassen.“ Die aktuelle Rückführung reiht sich in eine Serie ähnlicher Fälle ein, über die die „Krone“ in den vergangenen Monaten bereits mehrfach berichtet hat. Im vergangenen Jahr mussten etwa 3300 Straftäter das Land verlassen – das sind pro Tag zehn! Weitere Rückführungen sollen folgen ...
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