"Wir sind die Ersten in der Welt", freute sich Staatsoperndirektor Dominique Meyer bei der Präsentation des Vorhabens am Montag über das neue Offert im seit einem Jahr laufenden Streaming-Angebot des Hauses. Die deutlich klareren Aufnahmen werden seiner Einschätzung nach mittelfristig die Rezeption verändern: "Mit Bildern dieser Schärfe kann der Zuschauer selbst entscheiden, was er sehen will - er braucht den Bildregisseur nicht mehr."
Für eine Nahaufnahme kann man künftig einfach ins Bild zoomen und sich seinen Lieblingssänger vergrößern. "Ich habe den Kollegen von der Maske gesagt, dass sie jetzt aufpassen müssen", scherzte Meyer. Genau diese Gedanken beschäftigen auch Opernstar Placido Domingo, welcher der Vorführung beiwohnte. "Geben Sie uns etwas Abstand", appellierte er an die Zuschauer. Man solle nicht in den Mund der Darsteller hineinzoomen oder auf das verschwitzte Gesicht.
Sechs Gigabyte pro Sekunde
Möglich wäre das allerdings bei der gebotenen Auflösung. Die UHD-Kamera liefert pro Sekunde eine Datenmenge von sechs Gigabyte. Um diese überhaupt in Haushalte liefern zu können, wird sie für die Übertragung komprimiert, erläuterte der Projektverantwortliche Christopher Widauer. Demnach genügt ein Internetzugang mit zwölf Megabit pro Sekunde für den Empfang. Allerdings müssen technikaffine Opernfans einstweilen noch einen Fernseher des Sponsors Samsung besitzen, um das Signal zu decodieren - genauer gesagt ein Gerät, das bereits den HEVC-Standard 2014 unterstützt.
Dann kann man zum Auftakt am 7. Mai "Nabucco" live und kostenlos aus der Staatsoper mit Placido Domingo und dem Staatsopernorchester unter Jesus Lopez-Cobos sehen. Weitere UHD-Streams sind in der kommenden Spielzeit geplant, wobei die HD-Übertragungen davon unberührt bleiben.
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