06.03.2014 09:07 |

Suizid wegen Krise?

Der tragische Tod der "Bitcoin-Königin" (28)

Die digitale Währung Bitcoin kommt derzeit nicht aus den Negativ-Schlagzeilen: Nach dem Kollaps der Bitcoin-Börse MtGox ist jetzt die Geschäftsführerin der US-Firma First Meta, die mit dem virtuellen Geld handelt und durch die Krise ins Straucheln geraten war, tot in ihrem Apartment in Singapur gefunden worden. Ein Selbstmord der 28 Jahre alten Autumn Radtke wird derzeit nicht ausgeschlossen. Medien nennen sie bereits das erste "echte Opfer" der Bitcoin-Krise.

Radtke (im Bild unten mit dem britischen Milliardär Richard Branson) war bereits am 28. Februar - just an jenem Tag, an dem das Aus der japanischen Handelsplattform MtGox besiegelt war - tot in der Wohnung in der asiatischen Metropole entdeckt worden, berichteten lokale Medien. Die Leiche der 28-Jährigen wurde demnach an einem Apartmentkomplex auf dem Boden liegend gefunden. Herbei gerufene Rettungskräfte konnten nichts mehr tun.

Offiziell steht die Todesursache der 28-Jährigen noch nicht fest, die Behörden in Singapur würden derzeit auf das Ergebnis des toxikologischen Berichts zur Bestimmung der Todesursache warten, hieß es. Die Ermittler gehen aber von einem Selbstmord der jungen Geschäftsfrau aus.

Firma trauert um Radtke: "Schockiert und betrübt"
Douglas Adams, leitender Mitarbeiter bei First Meta, bestätigte den Tod Radtkes. Man sei "schockiert und betrübt über den tragischen Verlust unserer Freundin und Chefin", teilte das US-Start-up in einem Statement auf seiner Webseite mit. Freunde und Angehörige betrauerten den Verlust auf Twitter und Facebook.

Radtke hatte früher für verschiedene Unternehmen im kalifornischen Silicon Valley gearbeitet, darunter auch Apple. Seit 2008 lebte sie in Singapur. Die Handelsplattform First Meta war ursprünglich als Online-Plattform für die Währung des Computerspiels "Second Life" gegründet worden, und weitete sich dann auf andere Spiele aus. Im Vorjahr wurde den Usern auch ermöglicht, Bitcoins in Dollar umzutauschen. Die Tote soll auch selber in Bitcoins investiert haben.

Bitcoin steckt in bisher schwersten Krise
Die virtuelle Währung Bitcoin steckt in ihrer bisher schwersten Vertrauenskrise, seit die Börse MtGox, eine der ältesten und wichtigsten ihrer Art, den Betrieb eingestellt hatte. MtGox waren nach eigenen Angaben 750.000 Bitcoins von Kunden und 100.000 eigene Exemplare abhanden gekommen. Der Gesamtwert der verschwundenen "Münzen" belief sich auf rund 350 Millionen Euro.

Bitcoins waren im Jahr 2009 als Antwort auf die Finanzkrise erfunden worden. Geschaffen hat sie ein unter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto auftretender unbekannter Programmierer, der eine von Staaten, Zentralbanken und anderen Finanzinstituten unabhängige Währung wollte. Das virtuelle Geld wird durch komplexe Verfahren berechnet. Der Wechselkurs zu echten Währungen schwankt stark. Aufsichtsbehörden weltweit warnten in den vergangenen Monaten verstärkt vor den Risiken. In mehreren Staaten, darunter Russland und China, wurde der Handel mit Bitcoins gesetzlich stark eingeschränkt.

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