Offiziell bestätigt

NSA: Snowden-Sicherheitslücken immer noch offen

Web
12.02.2014 13:57
Die NSA hat die IT-Sicherheitslücken, durch die Edward Snowden unbemerkt zahllose Dokumente kopieren konnte, immer noch nicht geschlossen. Das räumte Geheimdienstdirektor James Clapper bei einer Anhörung im US-Kongress ein. Snowden selbst verteidigte in einer kurzen Stellungnahme in der "Zeit" sein Handeln.

"Wir werden den Einsatz von Überwachungssoftware vorantreiben, um Gefahren durch Insider besser erkennen zu können", sagte Clapper. Der Geheimdienst wolle stärker kontrollieren, welche Mitarbeiter im NSA-Netzwerk welche Dokumente ansehen. Das System sei allerdings noch nicht vollständig einsatzbereit. "Es gibt keine Mausefalle, um sicherzustellen, dass es nie wieder einen weiteren Edward Snowden geben wird."

NSA weiß nicht, welche Unterlagen Snowden hat
Die NSA tappt immer noch im Dunkeln, welche Unterlagen Snowden kopiert und mitgenommen hat. Snowden habe gewusst, wie er sich unauffällig durch die Computersysteme des Nachrichtendienstes bewegen konnte. "Er wusste genau, was er tut", sagte Clapper. "Er ist gekonnt unter dem Radar geblieben."

Die Zahl von 1,7 Millionen Dokumenten, die zuvor die Runde machte, sei eine Schätzung. "Wir wissen nicht wirklich, was er mitgenommen hat und was er seinen Komplizen zur Verfügung gestellt hat." Er beschuldigte Snowden, durch seine Enthüllungen milliardenschwere Geheimdienstprogramme in Gefahr gebracht zu haben.

Snowden rechtfertigte sein Vorgehen. "Nicht die Enthüllung von Fehlverhalten ist für den anschließenden Ärger verantwortlich, sondern das Fehlverhalten selbst", schrieb er an die Wochenzeitung "Die Zeit". In seinem am Mittwoch veröffentlichten Beitrag forderte er Regierungen weltweit auf, öffentliche Debatten über sicherheitspolitische Fragen zuzulassen. In einer Demokratie müssten Bürger mitentscheiden dürfen. "Die Menschen können Programmen und einer Politik, zu denen sie nie befragt wurden, gar nicht zustimmen."

Snowden fordert öffentliche Diskussion über Überwachung
Über "ernsthafte Angelegenheiten wie die massiven nationalen Überwachungsprogramme, die heute ohne jede Unterscheidung die Welt durchforsten", müsse in der Öffentlichkeit diskutiert und entschieden werden, so Snowden weiter. "Echte Demokratie verlangt danach, dass Bürger Partner der Regierung sind, nicht bloß ihre Untertanen."

Snowden arbeitete über eine Vertragsfirma bei der NSA. Dass er in großem Stil Dokumente kopieren konnte, habe auch an fehlenden Sicherheitsvorkehrungen in seiner Außenstelle in Hawaii gelegen. "Wäre er in Fort Meade gewesen, dem NSA-Hauptquartier, wäre er wahrscheinlich eine ganze Zeit vorher aufgefallen", sagte Clapper.

Loading...
00:00 / 00:00
play_arrow
close
expand_more
Loading...
replay_10
skip_previous
play_arrow
skip_next
forward_10
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
explore
Neue "Stories" entdecken
Beta
Loading
Kommentare

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.



Kostenlose Spiele