Mi, 26. September 2018

Mario soll's richten

30.01.2014 10:44

Nintendo: Iwata erteilt Handy-Apps nun doch Absage

Angesichts desaströser Verkaufszahlen für die Spielekonsole Wii U verzichtet Nintendo-Konzernchef Satoru Iwata in den kommenden fünf Monaten auf die Hälfte seines Gehalts. Seine Vorstandskollegen folgten seinem Schritt. Die Entscheidung, ob der Gehaltsverzicht andauern soll, werde er nach einer Neubewertung der Lage im Sommer fällen, sagte er. Die Konzernstrategie werde man vorerst nicht ändern, stattdessen hoffe man auf künftige Games wie "Mario Kart 8".

Das Weihnachtsgeschäft hat dem gebeutelten japanischen Spielespezialisten Nintendo zwar etwas Halt gegeben, die Verkaufszahlen der Wii U sind aufs Jahr gerechnet aber miserabel. Das Unternehmen verdiente in seinem dritten Geschäftsquartal knapp 68,3 Millionen Euro und verkaufte fast zwei Millionen Wii U. Allerdings rechnet Nintendo für das Gesamtjahr mit herben Verlusten.

Schon im laufenden Quartal dürfte das bisher verdiente Geld verbrennen: In der jüngst korrigierten Prognose wird ein Jahresverlust von fast 180 Millionen Euro erwartet (siehe Infobox). Im Gegensatz zum durchschlagenden Erfolg mit der Bewegungssteuerungs-Konsole Wii, die weltweit mehr als hundert Millionen Mal verkauft worden war, kommt Nintendo mit dem Nachfolgegerät Wii U nicht so recht in die Gänge.

Konkurrenzkonsolen bringen Wii U in Bedrängnis
Seit ihrem Start Ende 2012 wurde die aktuelle Nintendo-Konsole laut "Engadget" weltweit rund 5,9 Millionen Mal verkauft. Zum Vergleich: Die erst vor drei Monaten gestarteten Konkurrenzkonsolen PlayStation 4 (Sony) und Xbox One (Microsoft) gingen bislang 4,2 bzw. drei Millionen mal über die Ladentheken. Etwas besser läuft das Geschäft mit der Mobilkonsole 3DS: Davon konnte Nintendo 2013 rund 13 Millionen verkaufen, insgesamt sind damit rund 43 Millionen 3DS-Handhelds in Umlauf.

Das nicht optimal laufende Geschäft hat Nintendo zuletzt dazu bewegt, über einen Einstieg in den Markt für Smartphone- und Tablet-Apps nachzudenken (siehe Infobox). Letztlich hat man sich aber für das bisherige Geschäftsmodell entschieden und werde höchstens nebenher Handy-Apps anbieten. Spiele für Smartphones seien aber nicht geplant. "Wir glauben, dass Videospiele-Plattformen, die Geräte und Software vereinen, unser Kerngeschäft bleiben werden", erklärte Iwata am Donnerstag.

Er hofft weiterhin, dass populäre neue Spiele das Interesse an der Wii U anfachen werden. Als nächster potenzieller Hit soll im Mai das Rennspiel "Mario Kart 8" erscheinen. Zudem will Iwata Games von der mobilen Konsole Nintendo 3DS auch auf die Wii U bringen.

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