So, 19. August 2018

Zart statt spröde

16.12.2013 12:35

Im Winter brauchen Lippen besonders viel Pflege

In den rauen Wintermonaten wird die Haut durch Kälte, Wind und trockene Winterluft besonders strapaziert. Doch nicht nur Gesicht und Hände müssen in dieser Zeit mit einer feuchtigkeitsspendenden Creme gepflegt werden, auch die Lippen benötigen einen besonderen Schutz.

Im Gegensatz zur Haut besitzen die Lippen weder festigendes Keratin noch einen eigenen Fett-Wasser-Film oder Talgdrüsen, weshalb ihnen der Hydrolipidfilm fehlt, der sie vor den äußeren Strapazen schützen könnte. Noch dazu ist die Hornschicht der Lippen besonders dünn – noch dünner als die der ohnehin schon empfindlichen Gesichtshaut.

Durch fehlende Pigmente haben sie darüber hinaus auch keinen UV-Schutz, was vor allem auf der Skipiste gefährlich werden kann. In den kalten Monaten kommen die Schutzmechanismen der Lippen deshalb schnell an ihre Grenzen: Die Lippen werden spröde, rau und können einreißen.

Gepflegt und geschützt
Ob Stift, Balsam oder Creme: Es gibt eine Vielzahl an Pflegeprodukten, welche die Lippen wieder weich und zart machen. Sie enthalten Substanzen wie Vitamin A, Vitamin E, Pantheol oder Bisabolol, die glätten, kleinste Lücken auffüllen und die Feuchtigkeitsversorgung verbessern.

Sehr zu empfehlen sich Lippenpflegeprodukte mit einem hohem Anteil an stark rückfettenden und pflegenden Substanzen. Wer sehr empfindliche Lippen hat oder zu Allergien neigt, sollte Produkte mit natürlichen Substanzen wählen, beispielsweise solche mit Karité-Butter oder Marillenkernöl. Diese sind in ihrer Zusammensetzung den hauteigenen Fetten sehr ähnlich und binden die Feuchtigkeit besonders.

Auch Nachtkerzensamen-, Jojoba- oder Kokosöl bauen eine schützende Fettschicht auf. Lippen-Pflegemuffel kommen ganz nebenbei mit den vielen leckeren Aromen, von fruchtig über exotisch bis hin zu schokoladig oder zimtig, auf den Geschmack.

Safer Sun
Eine gesunde Dosis UV-Strahlen ist zwar hilfreich, um die Abwehr der Lippen zu stärken, doch zu viel Sonneneinwirkung schadet ihnen schnell. Nicht nur im Sommer müssen die Lippen daher vor der Sonne geschützt werden: Je kälter die Temperaturen sind, desto stärker ist auch die UV-Strahlung.

Gerade im Skiurlaub ist Vorsicht geboten, doch auch der ausgedehnte Winterspaziergang durch die verschneite Landschaft kann mit einem Sonnenbrand auf den Lippen enden. Es empfiehlt sich daher ein Pflegestift mit hohem Lichtschutzfaktor oder spontan auch etwas Sonnencreme, die auf die Lippen aufgetragen wird.

Lippen lecken? Lieber lassen!
Auch wenn es schneller geht, als den Lippenpflegestift aus der Tasche hervorzukramen: Die Lippen sollten niemals mit der Zunge befeuchtet werden! Das trocknet die Lippen noch mehr aus, anschließend fühlen sie sich noch spröder und trockener an als davor.

Ebenso darf trotz Jucken und Spannungsgefühl nie auf den Lippen gekaut werden: Selbst durch kleinste Verletzungen können Schmutz und Keime in die Haut eintreten und zu Entzündungen führen.

Mund-Massage
Nicht nur verspannte Schultern wollen massiert werden – auch strapazierte Lippen freuen sich über eine gelegentliche sanfte Massage. Etwa einmal pro Woche können die Lippen mit einer ganz weichen Zahnbürste vorsichtig massiert werden – das regt die Durchblutung an und hat nebenbei einen Peelingeffekt, denn abgestorbene Hautzellen werden auf diese Weise von der Oberfläche entfernt.

Mythen und Märchen
Entgegen mancher Gerüchte wird man auch bei häufigem Gebrauch nicht abhängig von Lippenpflegeprodukten. Manche Produkte ziehen jedoch schlechter ein als andere, weshalb man das Gefühl haben kann, oft nachcremen zu müssen, da die Pflege schon wieder verschwunden ist. Ein gutes Pflegeprodukt muss jedoch nicht öfter als dreimal täglich verwendet werden.

Und wenn sich die Lippen im "Naturzustand" plötzlich viel rauer anfühlen, liegt das normalerweise daran, dass man sich an die durch Lippenpflegeprodukte weich und zart gewordenen Lippen gewöhnt hat. Die Lippen sind in Wirklichkeit jedoch nicht spröder und trockener als vor der Lippenpflege.

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