Seit exakt 121 Tagen ist Mario Kunasek steirischer Landeshauptmann. Und bisher läuft es richtig gut für den ersten Freiheitlichen in der Beletage der Grazer Burg. Mit dem Freispruch in der Hausbau-Affäre gab‘s nun neuerlich Rückenwind.
Seit knapp zwei Jahren ermittelte die Justiz gegen Mario Kunasek. Die Vorwürfe wogen schwer: Der nunmehrige Landeshauptmann soll Kosten für den privaten Hausbau über die Partei abgerechnet haben. Kunasek bestritt dies stets vehement. Dennoch hofften die politischen Gegner wohl, dass zumindest ein Hauch der Anschuldigungen am blauen Chef kleben bleiben würde. Doch dem war bekanntlich ganz und gar nicht so – die offiziell anonym eingebrachte Anzeige konnte Kunasek nicht daran hindern, das beste freiheitliche Ergebnis bei einer Landtagswahl überhaupt einzufahren und damit auch als erster FPÖ-Politiker den Landeshauptmannsessel zu erobern.
Dennoch gibt‘s freilich Angenehmeres, als von der Staatsanwaltschaft einvernommen zu werden. Jeden Posten beim Hausbau musste Kunasek offenlegen und mit Kontoauszügen und Überweisungen belegen. So konnte er jeglichen Tatverdacht letztlich auch entkräften – und erzeugt mit dem Freispruch neuerlichen Rückenwind für seine Amtsführung.
Denn bisher läuft‘s für den Landeshautmann, um es etwas salopper zu formulieren. Mit der Abschaffung des Feinstaub-Hunderters just am heutigen Karfreitag (von FPÖ-Anhängern nun in Car-Freitag umbenannt) gelang ihm trotz aller Experten-Kritik der nächste Punktesieg und setzte damit auch eines seiner großen Wahlversprechen um.
Freilich, noch ist Kunasek erst vier Monate im Amt – doch aktuell hat man das Gefühl, dass er gekommen ist, um zu bleiben. Ein echter Gradmesser folgt dann im nächsten Jahr mit der Graz-Wahl. Da wartet auf die Freiheitlichen nach dem Finanzskandal und dem Zusammenstutzen auf einen noch verbliebenen Gemeinderat ein echter Härtetest. Dafür muss der Landeshauptmann über kurz oder lang einen neuen Spitzenkandidaten aus dem Hut zaubern. Aktuell scheint es ja fast ausgeschlossen, dass Kunasek hier daneben greift.
Einen schönen Karfreitag und frohe Ostern!
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.