Die Zahl der baubewilligten Wohnungen ist seit dem Jahr 2021 um 41 Prozent eingebrochen. Bei den genehmigten Gebäuden lag das Minus sogar bei fast 50 Prozent. Ein zentraler Auslöser der Flaute war die Zinswende der Europäischen Zentralbank (EZB). Bauen wurde schlagartig massiv teurer – für Projektentwickler wie auch private Häuselbauer. Letztere litten zusätzlich unter verschärften Kreditvergabe-Vorschriften der Finanzmarktaufsicht. Dazu kamen steigende Baukosten, etwa wegen Energiepreisschocks oder Lieferkettenproblemen. In Kombination mit weiter gestiegenen Immobilien- bzw. Grundstückspreisen eine ganz schlechte Mischung.
Ein Ende der Krise ist nicht in Sicht. Auch heuer wird wieder weniger errichtet. Die reale Wertschöpfung der Bauwirtschaft wird fast ein Viertel unter dem Jahr 2019 liegen – laut Wifo eine „verheerende Bilanz“. Denn ohne genügend Angebot bleiben Eigentum wie Miete teuer, vor allem in Städten. Überdies spielt der Bau für das ganze Land eine Schlüsselrolle. Wird wenig fertiggestellt, leiden auch der Tischler, Installateur, Fensterbauer, Küchenmonteur oder Möbelhandel. Laut Studie hängen unterm Strich 20 Prozent der heimischen Wirtschaftsleistung jedenfalls mittelbar von der Bau- und Immobilienwirtschaft ab.

Es braucht daher dringend, wie auch vom Wifo gefordert, eine Bauoffensive. Vorschläge, die den Staat nichts kosten, gibt es genug: Zweckwidmung der Wohnbauförderung für Neubau, erleichterte Kreditvergaben, einheitliche und schnellere Bauverfahren, Kosten reduzieren durch einfachere Standards sind nur ein paar Beispiele. Man muss sie nur angehen – jetzt.
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