Großbritannien entwickelt eine neue Waffe zur Drohnenabwehr. Das System soll Schwärme von Kampfdrohnen mit elektromagnetischen Wellen außer Gefecht setzen. Es sei in Wales erfolgreich getestet worden, teilte das Verteidigungsministerium in London mit.
Das System nutze gezielt Funkwellen, um wichtige elektronische Komponenten in Drohnen zu stören oder zu beschädigen, hieß es in der Mitteilung. Das führe dazu, dass sie abstürzten oder nicht mehr richtig funktionierten.
Der Demonstrator wurde von einem Industriekonsortium unter der Leitung von Thales UK entwickelt. Bei der bisher größten Übung zur Drohnenabwehr gehörte, dass die Armee in einem einzigen Einsatz zwei Drohnenschwärme abschoss. „Im Rahmen des Projekts wurden bei allen Versuchen mehr als 100 Drohnen mit der Waffe verfolgt, bekämpft und besiegt“, hieß es in einer Mitteilung.
Zehn Pence pro Schuss
Die britische Regierung verwies in diesem Zusammenhang auf den Krieg in der Ukraine, wo Drohnen zunehmend eingesetzt würden. Geheimdienste gingen davon aus, dass sich die Ukraine im vergangenen Jahr gegen mehr als 18.000 Drohnen habe verteidigen müssen.
Sergeant Mayers vom 106. Regiment der Royal Artillery hatte die Ehre, als erster britischer Soldat Drohnen mit einer Hochfrequenzwaffe zum Absturz zu bringen. Er lobte das „spannende Konzept“. „Wir fanden den Demonstrator schnell erlernbar und einfach zu bedienen. Mit Verbesserungen bei Reichweite und Leistung, die durch weitere Entwicklungen möglich sind, wäre dies eine große Bereicherung für die Luftverteidigung.“
Bei geschätzten Kosten von zehn britischen Pence (knapp neun Cent) pro Schuss könne das System, wenn es bis zur Einsatzreife entwickelt werde, eine kostengünstige Ergänzung zu herkömmlichen Raketensystemen sein. Großbritannien arbeitet auch an einem Laser zur Bekämpfung von Drohnen („Dragonfire“).
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