Die Landeshauptleute haben zuletzt die ersatzlose Streichung der Flugabgabe gefordert. Die Bundesregierung zeigte sich zuletzt zumindest über eine Absenkung gesprächsbereit. Das Verkehrsministerium kann auf die knapp 200 Millionen Euro Einnahmen allerdings nicht einfach verzichten. Die SPÖ bringt nun einen völlig neuen Vorschlag.
Die Sozialdemokraten schlagen eine progressive Flugticketsteuer vor. Die Flugabgabe für Economy-Class-Tickets soll sinken. Wer Business-, First-Class oder in einem eigenen Flugzeug fliegt, soll mehr zahlen. Die SPÖ begründet den Vorstoß mit mehr Gerechtigkeit.
Abgabe soll gerechter und nachhaltiger werden
„Aktuell zahlen alle die gleiche Flugabgabe – unabhängig davon, ob sie Economy, Business oder Privatjet fliegen. Das ist aber weder gerecht noch nachhaltig“, so SPÖ-Umweltsprecherin Julia Herr.
„Familien, die sich einmal im Jahr eine Urlaubsreise leisten, gehören entlastet. Wer aber in der Business-Class durch die Welt jettet, sollte mehr zahlen müssen“, so SPÖ-Verkehrssprecher Wolfgang Moitzi.
Der SPÖ-Vorschlag würde „sozial gerecht sein, den Luftstandort stärken und Arbeitsplätze absichern“, so Moitzi.
Eine differenzierte Flugabgabe nach sozialen und ökologischen Kriterien wäre keinesfalls neu. In Großbritannien und Frankreich etwa gibt es diese bereits. In diesen Ländern unterscheidet man Distanz (wie in Österreich), Reiseklasse und ob es sich um ein Privatflugzeug oder um ein Linienflugzeug handelt.
Umweltsünder und Wohlhabende im Visier
Die SPÖ untermauert ihre Idee auch mit Umweltargumenten. Die Business-Class sei aufgrund des höheren Platzanspruchs drei- bis fünfmal umweltschädlicher und ein Privatflugzeug stoße rund 810 Tonnen schädliche Treibhausgase pro Jahr aus – so viel wie rund 177 Autos zusammen. Allein im Jahr 2023 haben Privatflugzeuge weltweit so viel Treibhausgase ausgestoßen, wie alle Flüge, die vom Londoner Flughafen Heathrow gestartet sind – dem größten Flughafen Europas.
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