Spionagevorwürfe
Russland droht Wien mit „schmerzhafter“ Vergeltung
Erst Ende Oktober hatte das österreichische Außenministerium vier russische Diplomaten zu unerwünschten Personen erklärt und ausgewiesen. Russland werde „unvermeidlich“ und „umgehend reagieren“, hieß es kurz darauf.
Am Sonntag setzte der stellvertretende Außenminister Dmitri Ljubinski gegenüber der russischen Staatsagentur TASS nach. Er spricht von „Gegenmaßnahmen“, die ergriffen werden sollen. Diese würden für Wien „unweigerlich schmerzhaft“. Was dies genau bedeutet, ließ er offen.
Im Oktober hatten drei „unerwünschte“ Diplomaten der Botschaft sowie ein Mitglied der russischen Delegation für militärische Sicherheit und Rüstungskontrolle bei der OSZE das Land verlassen müssen.
Wirbel um Spionagevorwürfe
Grund dafür waren laut Außenministerium Erkenntnisse der österreichischen Sicherheitsbehörden. Sie hätten Tätigkeiten ausgeübt, die mit ihrem diplomatischen Status unvereinbar sind, teilte das Außenministerium mit. Im diplomatischen Sprachgebrauch gilt dies als übliche Umschreibung für Spionagevorwürfe.
Liste mit 21 Personen
Mitte August hatte das Verteidigungsministerium Bundesheermitarbeiter und Milizsoldaten per E-Mail vor der Kontaktaufnahme durch mutmaßliche russische Agenten gewarnt und um Hinweise gebeten. Auf dieser Liste standen 21 Personen, deren Namen aus einem vom russischen Exilmedium „Proekt“ veröffentlichten Datenleck stammten, aber schon länger im Visier österreichischer Behörden gewesen sein sollen.
Österreicher ausgewiesen
Russland hatte am 28. Oktober vier österreichische Wirtschaftsdelegierte ausgewiesen. Aus Sicht des Außenministeriums in Wien habe es dafür „keinerlei Rechtfertigung“ gegeben.

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