Riskierten ihr Leben

Die Helden von Krakau: Sie stoppten den Attentäter

Ausland
08.11.2026 22:02
Porträt von krone.at
Von krone.at

Nur drei Minuten hat es gedauert, bis zwei Polizisten den Schützen in Krakau gestoppt haben. Die beiden Beamten haben wohl verhindert, dass noch mehr Menschen ihr Leben verlieren – bei der heldenhaften Festnahme von Michal O. (24) wurden beide Polizisten schwer verletzt. Die Anteilnahme ist groß.

Es sind unfassbare Szenen, die sich am Samstag in der polnischen Stadt Krakau abgespielt haben. Ein Mann – laut der Plattform onet.pl der 24-jährige Michal O. – schoss aus einem fahrenden Auto offenbar wahllos auf Passanten. Er tötete sechs Personen, darunter eine Niederösterreicherin. Die zwei jungen Polizisten Jakub K. und Artur M. setzten ihr eigenes Leben aufs Spiel, um den Horror zu beenden.

Unfassbare Szenen
Videos zeigen, wie es den beiden Polizisten gelang, den Schützen zu überwältigen. Auf den Aufnahmen ist ein Kugelhagel zwischen den beiden Polizisten und dem Schützen, der mit einer halbautomatischen Langwaffe schoss, zu sehen. Beide Beamte gingen zu Boden, kurz darauf stürzte der Attentäter ebenfalls. Ein Beamter rappelte sich noch einmal hoch und schoss auf den Schützen, danach brach der Polizist auf dem Gehsteig zusammen.

Der Schütze schoss aus einem Auto heraus.
Der Schütze schoss aus einem Auto heraus.(Bild: EPA/Art Service)

Die zwei Polizisten und der Schütze wurden schwer verletzt. Ein Beamter wurde aus unmittelbarer Nähe von drei Kugeln getroffen, der andere im Brustbereich angeschossen. Jakub K. kämpfe um sein Leben, hieß es. Am Sonntag kam dann die Entwarnung: Die zwei Polizisten seien in einem stabilen Zustand, sagte eine Polizeisprecherin zu Radio Krakow.

Das haben sie wohl auch zwei Ärzten zu verdanken, die, ohne zu zögern, Erste Hilfe geleistet haben. Die Chirurgen Michal Pędziwiatr und Mateusz Wierdak aßen gerade mit ihren Familien zu Mittag, als der Attentäter am Samstag das Feuer eröffnete. „Plötzlich kam mein Sohn angerannt und sagte: ,Papa, dort wird auf Menschen geschossen, Menschen fallen zu Boden‘“, erzählte Pędziwiatr der Zeitung „Fakt“.

Arzt Michal Pędziwiatr und sein Kollege Mateusz Wierdak haben schnell reagiert:

Wierdack versorgte den Polizisten, der an der Brust getroffen wurde. „Er hat, um es umgangssprachlich auszudrücken, alle Verbände in die Brust gestopft und seine Hände hineingesteckt“, schilderte Pędziwiatr. Wierdack habe dem Polizisten damit wohl das Leben gerettet. Die beiden leisteten auch dem Angreifer Erste Hilfe. „Wenn es darum geht, Leben zu retten, spielt es keine Rolle, wer wer ist“, sagte Pędziwiatr.

Verletzten geht es besser
Neben den Polizisten und dem Schützen wurden noch 13 weitere Personen verletzt. Laut der Polizeisprecherin konnten zwei Frauen das Krankenhaus schon wieder verlassen, die übrigen Verletzten seien in einem stabilen Zustand. Am Samstagabend wurden in der Wohnung von Michal O. noch drei weitere Tote gefunden, dabei handelte es sich um seine Eltern und seine Schwester.

„Viele Leben gerettet“
Die Anteilnahme an der Tragödie von Krakau ist enorm, aus ganz Europa kommen Beileidsbekundungen – und Beifall für Jakub K. und Artur M.. Der polnische Ministerpräsident Donald Tusk schrieb auf der Plattform x: „Sie haben wahrscheinlich viele Leben gerettet, ohne Rücksicht auf die Gefahr, ihr eigenes zu verlieren.“

Dass die beiden Polizisten als Helden gefeiert werden, zeigt auch der enorme Erfolg einer Spendenaktion, die ein Journalist ins Leben gerufen hat. Innerhalb von wenigen Stunden wurden umgerechnet fast 700.000 Euro für die beiden Männer gesammelt. Das Ziel Spendenziel wurde daraufhin kurzerhand auf 940.000 Euro erhöht.

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