Transparenz-Bericht

Facebook: Über 11.000 Anfragen von US-Behörden

Web
28.08.2013 10:26
US-Behörden haben binnen der ersten sechs Monate des Jahres zwischen 11.000 bis 12.000 Anfragen zu Nutzerdaten an Facebook gestellt. In acht von zehn Fällen seien zumindest einige Informationen an die Behörden herausgegeben worden, teilte das soziale Netzwerk am Dienstag in seinem ersten "Globalen Bericht über Regierungsanfragen" mit. Betroffen von der Überwachung durch die US-Behörden seien demnach zwischen 20.000 und 21.000 Facebook-Nutzer gewesen. Auch Österreich scheint in dem Bericht auf.

Bei den Anfragen der Behörden gehe es um die nationale Sicherheit oder um Kriminalität, teilte Facebook mit, ohne die Gesamtzahl entsprechend aufzuteilen. Genauere Angaben würden vom Gesetz nicht zugelassen, hieß es. Zugleich forderte das Unternehmen die US-Regierung auf, "mehr Transparenz zuzulassen". "Wie wir schon oft geäußert haben, sind wir der Meinung, dass Regierungen bei ihrer durchaus wichtigen Verantwortung, die Sicherheit der Menschen zu gewährleisten, auch transparent sein können. Transparenz der Regierung und öffentliche Sicherheit schließen sich nicht gegenseitig aus – in einer freien und offenen Gesellschaft können sie durchaus koexistieren und unsere Gesellschaft sogar stärken", so Facebook-Anwalt Colin Stretch zu dem Bericht.

35 Anfragen im ersten Halbjahr aus Österreich
Nicht nur die USA, auch andere Staaten verlangen diesem zufolge von Facebook Informationen. An zweiter Stelle stehe Indien mit 3.245 Anfragen, die 4.144 Nutzer betrafen. Bei der Hälfte der Fälle seien zumindest einige Daten weitergegeben worden, teilte das Netzwerk mit. Aus Deutschland erreichten Facebook rund 2.000 Anfragen zu Mitgliedern und Konten. 37 Prozent der Informationsgesuche kam das Netzwerk nach. Vergleichsweise viele Nachfragen gab es außerdem in Großbritannien, Italien, Frankreich und Australien. Aus Österreich kamen während des ersten Halbjahres gerade einmal 35 Anfragen zu 41 Nutzerkonten. Der Anteil der Anfragen, für die dabei "einige Daten verarbeitet" werden mussten, lag laut Facebook bei 17 Prozent.

Facebook und Co. nach Enthüllungen unter Druck
Das soziale Netzwerk ist nach Google, Microsoft und Twitter der nächste IT-Konzern, der mit Angaben über die Datenabfragen von Regierungen das Vertrauen seiner Nutzer zurückgewinnen will. Seit den Enthüllungen des ehemaligen NSA-Mitarbeiters Edward Snowden über das PRISM-Spähprogramm des US-Geheimdienstes stehen Facebook und Co. unter Verdacht, der US-Behörde jahrelang direkten Zugriff auf ihre Server gewährt zu haben. Mehrere der betroffenen Firmen wiesen den Vorwurf zurück. Auch Facebook betonte nun: "Wir fechten viele dieser Anfragen an und weisen sie ab, wenn wir rechtliche Bedenken haben, dies gilt auch für Anfragen, die zu weit gefasst oder zu vage sind."

Geschäft in Gefahr
Internetfirmen wie Facebook leben von den Daten ihrer Mitglieder. Sollten diese angesichts der Ausspähskandale zurückhaltender mit der Freigabe ihrer Informationen sein, könnte dies das auf Werbung basierende Geschäftsmodell deutlich beeinträchtigen. Yahoo hatte 2008 wohl auch deswegen gegen den Zwang zur Kooperation bei Spionage-Programmen wie PRISM Einspruch erhoben, vor Gericht jedoch eine Niederlage erlitten.

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