Es geht also doch: Im Grazer Rathaus und in der Wirtschaftskammer ist man nach Monaten des Streits nun doch draufgekommen, dass es im Sinne der aktuellen Herausforderungen in der Innenstadt besser ist, an einem Strang zu ziehen.
Die Grazer Rathauskoalition und die Wirtschaftskammer lagen zuletzt nicht wirklich auf einer Wellenlänge. Aufgrund der vielen Leerstände und prominenten Geschäftsschließungen in der Innenstadt entspann sich in den letzten Monaten zwischen Hauptplatz und Körblergasse eine Art Kleinkrieg, der mitunter mit heftigen Bandagen geführt wurde. Für die WKO war die Politik von KPÖ, Grünen und SPÖ für die wirtschaftlichen Turbulenzen in und rund um die Herrengasse hauptverantwortlich. Im Rathaus wiederum lachte man sich nach der desaströsen Beteiligung bei der Kammerwahl und dem Absturz des schwarzen Wirtschaftsbundes gar nicht so insgeheim ins Fäustchen. Ganz zu schweigen, vom mitunter ziemlich tiefen Haklwerfen auf den sozialen Medien.
Jetzt ist man aber offenbar zur Erkenntnis gelangt, dass man gemeinsam dann doch mehr erreichen kann. Mit dem Zentrum für Aktive Mobilität der Universität Graz und der TU Graz wird man die Studie „Mobilitätsbezogenes Einkaufsverhalten in der Grazer Innenstadt“ durchführen. Die Passantenbefragung läuft noch bis 5. April und wird direkt in der City durchgeführt, ergänzend findet eine Online-Umfrage statt. Parallel dazu befragt die WKO Innenstadtunternehmer.
Bleibt nur zu hoffen, dass man sich die Ergebnisse, die übrigens im Sommer bzw. Herbst erwartet werden, dann nicht je nach Standpunkt zurechtbiegt. Aber bekanntlich stirbt die Hoffnung selbst in Graz zuletzt.
Einen hoffnungsvollen Dienstag!
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