Die Wiener Austria hat in Altach den nächsten Tiefschlag einstecken müssen und ist in der Fußball-Bundesliga noch tiefer in die Krise gerutscht. ORF-Experte und Ex-Austrianer Peter Stöger analysierte nach dem Match die Situation.
Nach der 1:2-Niederlage am Freitag in Vorarlberg sind die Zahlen ernüchternd: Die schlechteste Ausbeute nach zehn Spielen seit Einführung der Drei-Punkte-Regel 1995, drei Niederlagen in Folge und vielleicht als Tabellenletzter ins kommende Derby gegen Rapid – ob mit Stephan Helm als Trainer, wird sich zeigen.
„Es ist wieder ein grauslicher Tag, es macht derzeit wenig Spaß“, fasste ein niedergeschlagener Kapitän Manfred Fischer im Sky-Interview die Stimmung im violetten Lager zusammen. Dabei schien die Austria auf gutem Weg, einen Schritt aus der Krise zu schaffen. Johannes Eggestein (40.) sorgte für eine Pausenführung, doch wie schon vor einer Woche in Ried verspielte die Austria den Vorsprung. Ein herrliches Freistoßtor von Patrick Greil (70.) und Yann Massombo (80.) drehten die Partie.
Dass die finanziell angeschlagene Austria nicht an der Spitze mitspielen wird können, war zu erwarten. Ein Szenario mit zwei Siegen aus zehn Spielen aber nicht. „Die Situation ist schwierig. Das ist keine Mannschaft, die vom Kader her ganz unten sein muss. Aber: Die Erwartungshaltung vom Umfeld ist zu hoch gegriffen“, meinte ORF-Experte und Ex-Austrianer Peter Stöger.
Helm sprüht vor Energie
„Mit dieser Situation sind wir alle unzufrieden und die Kritik ist total berechtigt“, erklärte Helm im Sky-Gespräch. Ihn ärgerte besonders, dass man zweimal hintereinander eine Führung nicht zu drei Punkten nutzen konnte. „Wir hauen uns im Moment die Leistung mit relativ einfachen Gegentoren zusammen, das schmerzt brutal“, erklärte er. Der Trainer hofft trotz des Fehlstarts, weiter das Vertrauen zu erhalten und im Cup am Dienstag gegen Hartberg und gegen Rapid die Wende zu schaffen. „Ich sprühe vor Energie. Es zieht mich schon runter, aber es ist der Antrieb, dass man da rauskommt. Du musst klar bleiben im Kopf, da sind wir alle gefragt. Ich im Führen der Mannschaft und die Spieler auf dem Spielfeld.“
In Altach herrschte dagegen Erleichterung. „Das war ein ganz wichtiger Sieg für uns. Für uns ist das ein Stück weit ein Turnaround, weil wir in der Tabelle nach oben geklettert sind nach der Länderspielpause mit sechs Punkten aus drei Spielen“, erklärte Trainer Ognjen Zaric.
Ein Sieg auch für den Kopf
Den Weg zum Sieg hat Greil geebnet, der einen Freistoß im kurzen Kreuzeck versenkte. „Es war ein sehr wichtiger Sieg, vor allem, wenn du so viel auf die Nuss kriegst, fängt man an zu zweifeln, auch wenn die Leistungen vernünftig waren. Ich bin sehr stolz auf die Jungs, wie sie mit dieser Situation umgegangen sind“, erklärte der Routinier.
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