24.10.2005 11:38 |

Interview

"Microsoft ist cool, Apple ist auch cool!"

Microsoft-Gründer Bill Gates hat in einem Interview mit The Daily Princetonian erklärt, warum sich das Unternehmen im Kampf um den neuen DVD-Standard für HD-DVD entschieden hat, warum Microsoft und Apple "cool" sind und warum er für freie Software ist.

DVD-Kopierschutz ist konsumentenunfreundlich
Das Blu-Ray-Konsortium unter der Führung von Sony sei sehr auf die Umsetzung hoher Kopierschutzstandards bedacht. "Das Schutz-Schema ist kundenunfreundlich. Die Unannehmlichkeit liegt in der Tatsache, dass Filmstudios sehr viel Schutz auf Kosten der Konsumenten bekommen. Zudem laufen die Discs auf PCs nicht gut", sagte Gates. Dabei bleibe die Flexibilität auf der Strecke. Das Abspielen von Filmen und die Softwareentwicklung würden darunter leiden.

Gates geht einen Schritt weiter und sieht schon das Ende der optischen Datenmedien. Seiner Ansicht nach werden HD-DVD und Blu-Ray ohnehin die letzten Datenmedien ihrer Art sein: "In Zukunft wird alles direkt oder auf die Festplatte gestreamt. Dabei stellt sich die Frage, inwieweit die Formate überhaupt von Bedeutung sind."

Microsoft und Apple sind cool
Angesprochen auf die Positionierung von Microsoft am Markt für junge Menschen und dem Verhältnis zum Konkurrenten Apple, antwortete Gates: "Die Software, die Microsoft entwickelt, ist cool. Was Apple tut, ist cool. Der Wettbewerb auf diesem Sektor führt zu immer besseren Produkten." Gates will den Wettbewerb allerdings nicht an einzelnen Konkurrenten festmachen. "Wir sind ein Softwareunternehmen und haben ein tiefes Verständnis für diese Materie und viel Erfahrung. Gerade wenn sie einen Durchbruch bei künstlicher Intelligenz, Spracherkennung erzielen oder neue Datenbanken entwickeln wollen, dann kommen sie an Microsoft nicht vorbei. Wir forschen mehr, als es andere Unternehmen tun."

Kostenlose Software ist Investition in die Zukunft
Von Open-Source-Software sieht sich Gates nicht bedroht: "Wir ermutigen jeden in unserem Umfeld freie Software zu entwickeln. Das ist auch nichts Neues. Mit der Zeit waren es immer die kommerziellen Programme, die sich durchgesetzt haben." Dafür wären Support und Reichhaltigkeit der Lösungen verantwortlich. Microsoft sei mit der Mischung von hoher Leistung bei geringem Preis sehr gut gefahren. Unternehmen wären gerne bereit 100 Dollar pro Jahr zu zahlen, wenn sie dafür eine Software bekommen, die ihren Mitarbeitern zu guten Leistungen verhilft. Gates ist jedoch auch bemüht zu betonen, dass Microsoft auch selbst kostenlose Software anbietet: "Für den Bildungssektor produzieren wir Tonnen von kostenlosem Zeug." Dies muss jedoch auch als Investition in die Unternehmenszukunft gesehen werden.

Quelle: Pressetext

Samstag, 19. Juni 2021
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