Die Zahl der Asylanträge ist in Österreich stark rückläufig. Im ersten Quartal sind heuer knapp 2600 Anträge gestellt worden, das entspricht einem Rückgang von etwa 2160 Ansuchen bzw. von 45 Prozent. Vor zwei Jahren lag die Zahl der gestellten Anträge im Vergleichsraum noch bei fast 7000.
Von den exakt 2598 Anträgen im heurigen Jahr waren nur 1074 originär, also von neu einreisenden Personen. Unter die übrigen fallen etwa Mehrfach-Antragsteller, Personen im Familiennachzug und nachgeborene Kinder.
Zuletzt war speziell zwischen Niederösterreich und dem Bund ein Konflikt um die geplante automatische Obsorge für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge ausgebrochen, vor allem was die Kosten dafür angeht. Deren Zahl ist heuer freilich überschaubar. In den ersten drei Monaten wurden gerade einmal 42 Asylanträge von unbegleiteten Minderjährigen eingebracht.
Nur 25 Personen wegen Familienzusammenführung eingereist
Unverändert nur noch ein Randphänomen ist die Familienzusammenführung, seit sie lediglich in Ausnahmefällen gewährt wird. Unter diesem Titel reisten bis Ende März 25 Personen nach Österreich ein. Zur Jahresmitte läuft der Stopp aus und soll durch ein umstrittenes Kontingente-System ersetzt werden. Wie viele Personen ab dann im Familiennachzug nach Österreich kommen können, ist noch nicht bekannt.
Verstärkte Kontrollen an Grenzen zeigen Wirkung
Der Rückgang der Anträge, den das Innenministerium vor allem auf Präventionsmaßnahmen wie ausgebaute Kontrollen im Grenzraum zurückführt, entlastet auch die Grundversorgung, in der Anfang April noch 49.839 Personen und damit etwa 3000 weniger als zu Jahresbeginn untergebracht waren. 58 Prozent der Grundversorgten sind keine Asylsuchenden sondern Vertriebene aus der Ukraine.
Afghanen haben gute Chancen auf Asyl
3549 Mal wurde in den ersten drei Monaten ein Schutztitel erteilt, wobei subsidiärer Schutz neuerdings etwas häufiger vergeben wird als Asyl (1620 zu 1589). Dazu kamen noch 340 humanitäre Aufenthaltstitel. Weiter sehr gute Chancen auf Asyl haben Afghanen, bei denen gut zwei Drittel der Anträge positiv beschieden wurden.
Über 1000 Syrer in Heimat zurückgekehrt
Bei Syrern wird hingegen seit dem Machtwechsel in Damaskus eher subsidiärer Schutz vergeben. Für Bürger des Landes gab es heuer in 579 Fällen Asyl, in 1432 Fällen subsidiären Schutz, der jedoch einige Nachteile gegenüber einem Asylstatus hat, etwa bezüglich Befristung und Familiennachzug. Seit der Neuordnung der politischen Verhältnisse in ihrem Heimatland sind laut Innenministerium etwa 1100 Syrer in ihr Herkunftsland zurückgekehrt.
Gar keine illegale Migration als Ziel Karners
Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) will den von ihm eingeschlagenen Kurs beibehalten. Der Kampf gegen die illegale Migration werde konsequent fortgesetzt, heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme des Ressortchefs. Die stark rückläufigen Zeilen zeigten, dass die Maßnahmen in Österreich und Europa wirkten. Das Ziel bleibe, illegale Migration weiter gegen null zu drängen.
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