30.07.2013 14:15 |

Sparsam & up to date

Opel hat den Insignia gründlich überarbeitet

Der 2008 vorgestellte Opel Insignia hat mehr als nur eine kleine Auffrischung erhalten. Das Rüsselsheimer Flaggschiff steht ab Herbst (schon jetzt bestellbar) umfassend optisch und technisch überarbeitet bei den Händlern. Neue, sparsame Motoren sowie ein modernes Infotainment-Bediensystem werten das weiterhin als Stufenheck, Fünftürer oder Kombi erhältliche Topmodell auf.

Ein Schwerpunkt der Anstrengungen lag auf der Optimierung des Motorenangebots. Sparaushängeschild ist der 2,0-Liter-Selbstzünder, der in den zwei weiteren Leistungsstufen 120 PS und 140 PS offeriert wird. Der Durchschnittsverbrauch der drehmomentstarken Versionen liegt sowohl beim Vier- als auch beim Fünftürer in Kombination mit Start-Stopp-Automatik jeweils bei 3,7 Litern, das entspricht CO2-Emissionen von 99 g/km. Opel spricht vom sparsamsten Diesel seiner Klasse. Der Kombi genehmigt sich 0,2 Liter mehr. Ebenfalls noch im Angebot sind die bekannten Selbstzünder mit 130 PS, 163 PS sowie der Bi-Turbo mit 195 PS.

Bei den Benzinern feiert der neue 1,6-Liter-Turbo seine Premiere in der Mittelklasse. Der 170 PS starke Vierzylinder ist unter anderem aus Astra sowie Cascada bekannt. Im Insignia verfügt er über eine zusätzliche Ausgleichwelle, sodass er sich durch Laufruhe und sparsamen Umgang mit Treibstoff auszeichnen soll. Opel gibt 6,1 bzw. 6,3 Liter (Kombi) als Normverbrauch an. Neuer Top-Vierzylinder ist ein 2,0-Liter-Turbobenziner mit 250 PS, der in ähnlicher Form im Astra OPC eingesetzt wird. Wahlweise ist er statt mit Front- auch mit Allradantrieb erhältlich. Beide Triebwerke können mit Sechsgang-Schaltgetriebe und Start-Stopp oder mit einer Sechsstufen-Automatik gekoppelt werden.

Nicht komplett neu, aber überarbeitet präsentiert sich der 1,4-Liter-Turbobenziner mit 140 PS, der nun die Vorgaben der Schadstoffnorm Euro 6 einhält und mit einem Normverbrauch von 5,3 Liter zu den sparsameren Motoren seiner Klasse zählt. Ein 1,4-Liter-Turbo-Autogasmotor sowie das Toptriebwerk im OPC mit 325 PS komplettieren das Angebot.

Neustart auch für Fahrwerk und Assistenten
Neben den Triebwerken haben sich die Ingenieure auch des Fahrwerks angenommen. Zahlreiche Veränderungen an Achsen, Federung und Lenkung sollen dafür sorgen, dass das Flaggschiff weniger hart abrollt und komfortabler wirkt. Aufgerüstet hat Opel das Angebot an Assistenzsystemen. Zum Einsatz kommen nun radar- und kamerabasierte Systeme. So sind jetzt adaptiver Geschwindigkeitsregler, Toter-Winkel- und Kollisionswarner erhältlich. Letzterer arbeitet nun auch bei Geschwindigkeiten unter 30 km/h und kann bis zum Stillstand selbständig bremsen. Die Verkehrsschilderkennung wurde ebenfalls verbessert.

Bulligeres Design
Natürlich durften auch die Designer beim Facelift ein Wörtchen mitreden. Schon von außen zeigen sich Stufenheck, Fließheck und Kombi jetzt deutlich moderner. Der Kühlergrill wächst in die Breite und nähert sich der Straßenoberfläche an, was für einen bulligeren Auftritt sorgt. Zentrales Element ist eine nun weiter mittig verlaufende Chromspange, deren nach oben gebogene Ausläufer jetzt bis an die neu gestalteten Scheinwerfer heranreichen. Am Heck fallen markante LED-Leuchten und ein tiefer gezogenes Chromband ins Auge. Stufenheck- und Fließheckversion – bislang äußerlich kaum zu unterscheiden – differenzieren sich nun über eigenständige Linienführungen zwischen C-Säule und Heckspoiler. Der Fünftürer wirkt etwas coupéhafter. Unverändert blieben die Karosserievarianten in ihren Abmessungen.

Aufräumaktion bei den Bedienelementen
Auffälliger sind die Veränderungen im Innenraum. Hier wurde ordentlich entrümpelt und aufgeräumt. Der Hauptkritikpunkt galt bisher der durch zu viele Knöpfe und Schalter unübersichtlichen Mittelkonsole. Opel setzt auf ein modernes, intuitiv bedienbares Konzept, das mit deutlich weniger Bedienelementen auskommt. Per Fingerkommando oder Sprachsteuerung lassen sich zahlreiche Funktionen von Telefon, Radio oder Navigationssystem über ein Display oder ein optionales Touchpad steuern. Komplett neu ist das Zentralinstrument, das nicht mehr aus analogen Uhren, sondern aus einem hochauflösenden Bildschirm besteht. Es lässt sich vom Fahrer individuell konfigurieren.

Der Zeitpunkt für das große Facelift des Vectra-Nachfolgers ist günstig gewählt: Der neue Ford Mondeo lässt auf sich warten, der VW Passat ist auch nicht mehr ganz taufrisch und die ausländische Konkurrenz hat es traditionell schwer, gegen die Deutschen zu punkten. Außerdem bleiben die Preise insgesamt stabil bei verbesserter Ausstattung. Ende November ergänzt der mit SUV-ähnlichen Stilelementen versehene und höherbauende Country Tourer die Karosserievielfalt. Es sollte Opel gelingen, sein Flaggschiff wieder in den vorderen Verkaufsrängen zu positionieren.

Die Preisliste beginnt bei 26.580 Euro für das Einstiegsmodell mit 140-PS-Benziner bzw. beim Aktionspreis von 23.090 Euro.

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