Ärger über Post

Nachsendeauftrag für kranken Vater nach nirgendwo

Burgenland
31.07.2026 07:58

Viele praktische Services bietet die Post ihren Kunden an. Diese werden auch gerne in Anspruch genommen. Nicht immer allerdings ist das Ergebnis zufriedenstellend für die Kunden. So etwa im Fall von Dietmar Schmidt. 

Der 62-jährige Unternehmer ist vor ein paar Jahren vom Burgenland nach Niederösterreich gezogen. Sein Vater wohnt allerdings noch in Purbach und leidet an beginnender Demenz. Dies hat zur Folge, dass der betagte Mann auch hin und wieder vergisst, ob ein Brief oder eine Rechnung gekommen ist und wo er diese hingelegt hat. Da sei es schon einmal vorgekommen, dass die Briefe im Kleiderkasten gelegen seien, erzählt Schmidt.

Plötzlich kamen gar keine Briefe mehr
Er beschloss daher, die gesamte Post an seinen Vater per Nachsendeauftrag an seine Adresse in Gramatneusiedl umleiten zu lassen, damit keine Rechnung mehr verloren geht. Der Plan ging allerdings nicht wie gehofft auf. Eher im Gegenteil: Sobald der Nachsendeauftrag aktiv war, kamen gar keine an seinen Vater adressierten Briefe mehr an – weder an die eine noch an die andere Adresse.

Bemerkt wurde dies anfangs nicht. Erst als die Stromrechnung – die immer in einem bestimmten Zeitraum kommt – ausblieb, kam der erste Verdacht auf.

Allesamt an falsche Adresse
Die Nachforschungen gestalteten sich wenig überraschend als nicht einfach. Schließlich stellte sich heraus, dass die Schreiben alle an eine falsche Adresse geliefert worden waren. „Dort hat sich dann die Post von drei Wochen gestapelt“, meint Schmidt.

Die Briefe habe er mittlerweile zurückbekommen, allerdings seien manche schon aufgerissen gewesen, weil der falsche Empfänger diese offenbar ohne zu schauen geöffnet hatte.

Ärger ist auch im Nachhinein groß
Schaden ist zwar keiner entstanden, weil die Rechnungen nachträglich bezahlt werden konnten. Der Ärger ist dennoch groß. Besonders, weil das Einrichten des Nachsendeauftrags schon eine Herausforderung war. Eine Dreiviertelstunde sei er beim Postpartner gestanden, um die Umleitung zu bekommen, sagt der 62-Jährige. Dabei hätte er in der Zeit eigentlich einen Kundentermin gehabt.

„Woanders dauert das vielleicht drei Minuten. Ich war schon ,heiß‘“, erinnert er sich. Ob die Adresse korrekt ist, habe er dann natürlich nicht mehr nachgeprüft. Er hofft jetzt, dass die Umleitung zumindest in Zukunft funktioniert.

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