15.07.2013 18:37 |

Schnelle Premieren

In Goodwood ist der Speed daheim - auch der leistbare

Vom Geheimtipp einiger Auto-Enthusiasten hat sich das Goodwood Festival of Speed längst zu Großbritanniens inoffizieller Sportwagenmesse entwickelt. Doch es sind nicht mehr nur Rolls-Royce, Bentley oder Aston Martin, die die gerade zu Ende gegangene Gartenparty zur Präsentation ihrer Produkte nutzen. Auch deutlich bürgerlichere Hersteller zieht es mittlerweile zu der viertägigen PS-Show auf dem Anwesen des Earl of March.

So zum Beispiel Peugeot. Die Franzosen sind aktuell weder für Luxusautos noch für Sportwagen besonders bekannt, doch mit der "R"-Version des Kompakt-Coupés RCZ soll sich das ändern. Die nun präsentierte Hochleistungsversion des 2+2-Sitzers mit dem charakteristischen Kuppeldach ist mit 270 PS das stärkste je in Serie gebaute Modell der Marke. Neben dem kräftig aufgerüsteten 1,6-Liter-Turbomotor sollen ein rennstreckentaugliches Fahrwerk, ein großer Heckflügel und eine Sperre an der Vorderachse Konkurrenten wie VW Scirocco R und Audi TT Dampf machen. Die eigentliche Premiere erfolgt auf der IAA im September, Anfang 2014 rollt das Sportcoupé dann zum Händler.

Nicht schneller, aber deutlich früher auf der Straße ist der Skoda Octavia RS, der bereits ab August zu kaufen ist. Auch die Tschechen nehmen für ihren neuen Sportler einen Superlativ in Anspruch: Mit 248 km/h Maximaltempo ist die Octavia-Limousine die schnellste aller Zeiten. Hauptanteil daran hat der 2,0-Liter-Turbobenziner mit 220 PS, der bereits aus dem VW Golf GTI für sein kraftvolles Wirken bekannt ist. Doch Skoda wäre keine Vernunftmarke, wenn es nicht auch eine sparsame Version gäbe. Denn alternativ zum Benziner lässt sich auch ein 2,0-Liter-Diesel mit 184 PS ordern. Allerdings bleibt diese Version mit 232 km/h Höchstgeschwindigkeit knapp unter dem Rekordwert der Benzin-Variante.

Ebenfalls zur Schärfung seines sportlichen Profils ist Citroen nach England gereist. Die Franzosen haben dank ihres Rallye-Engagements und der zuletzt immer häufiger gezeigten Luxusauto-Studien in Goodwood schon eher ein Heimspiel als Peugeot und Skoda. Anders als die beiden Konkurrenten gibt es bei Citroen allerdings kein Serienauto. Das DS3 Racing Cabrio ist vielmehr ein Ausblick auf die mögliche Sportversion des neuen DS3 Cabrio. Für den Antrieb sorgt der 207 PS starke 1,6-Liter-Turbomotor aus dem geschlossenen Kleinwagen-Sportler DS3 Racing. Offizielle Premiere feiert das Krawall-Cabrio-Konzept auf der IAA.

Während die drei Modelle der Volumenhersteller preislich unter 40.000 Euro bleiben, zeigt der alte Hochleistungsauto-Adel seine teuersten und edelsten Stücke. Jaguar etwa hat den Porsche-Konkurrenten F-Type zum reinrassigen Rennwagen umgebaut. Ohne Dach, mit Aerodynamik-Hutze hinter dem Fahrer und einem auf 550 PS erstarkten V8-Kompressormotor soll das Konzeptauto Project 7 an die sieben Le-Mans-Siege der Marke erinnern. Noch radikaler geht Aston Martin bei seiner Studie 100 CC vor. Der über 500 PS starke V12-Speedster verzichtet nicht nur auf ein Dach, sondern lässt auch gleich die Windschutzscheibe weg. Vorlage für den radikal offenen Zweisitzer war der Le-Mans-Rennwagen DBR1 von 1959.

Doch selbst die beiden Einzelstücke bleiben preislich blass neben dem wohl teuersten Auto des Wochenendes: dem W196 Silberpfeil von Juan Manuel Fangio. Der Rennwagen von 1954 wurde am Rande des Festivals versteigert – für stolze 22,7 Millionen Euro. Da war der alte Goodwood-Adel dann doch wieder ganz unter sich.

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